Der südliche Viehmarktplatz wird nun neu gestaltet. Die Parkplätze fallen weg. Die Zukunft des Nordteils ist offen.
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Der südliche Viehmarktplatz wird nun neu gestaltet. Die Parkplätze fallen weg. Die Zukunft des Nordteils ist offen.

Fürstenfeldbruck

Weg für Umbau des Viehmarktplatzes ist frei

  • VonStefan Reich
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Die Neugestaltung des Viehmarktplatzes ist ein Stück näher gerückt. Der Stadtrat hat am Donnerstag einstimmig entschieden, zunächst den südlichen Teil zu überplanen. Für den Nordteil wird weiterhin ein Investor gesucht.

Fürstenfeldbruck – Inhaltlich herrschte im Stadtrat am Donnerstagabend weitgehend Einigkeit. Das Konzept für das weitere Vorgehen am Viehmarktplatz war schließlich schon in der vergangenen Woche in einer gemeinsamen Sitzung von Finanz- und Bauausschuss diskutiert worden. Demnach soll die Neugestaltung des zentral in der Innenstadt gelegegen Platzes in zwei Phasen erfolgen (wir berichteten). Der Bereich südlich der Ludwigstraße soll zuerst umgebaut werden. Er wird künftig als Marktplatz dienen. Gebäude und eine Tiefgarage sollen in einem zweiten Schritt nur auf und unter dem Nordteil entstehen, sobald sich dafür Investoren gefunden haben.

Lebhaft war die Debatte vor dem einstimmigen Beschluss dennoch kurzzeitig. Christian Götz, Fraktionssprecher der BBV, rollte noch einmal die lange politische Vorgeschichte auf und kritisierte: „Was wir jetzt beschlossen haben, hätte man schon früher haben können.“ Den Verkauf des nördlichen Viehmarktplatzes an einen Investor verhinderte vor neun Jahren ein Bürgerentscheid. Das damals auf dem Nordteil geplante Wohn- und Geschäftsgebäude erschien vielen Bürgern zu massiv. Im Jahr 2015 beauftragte der Stadtrat mehrere Büros mit Konzepten für Freiflächengestaltung und eine dezentere Bebauung. 2017 wurden sie vorgestellt. Im Herbst 2019 sollte die Suche nach einem neuen Investor für den Nordteil beschlossen werden. Die Entscheidung wurde aber vertagt.

Im März dieses Jahres hatte die BBV dann beantragt, das Thema wieder auf die Tagesordnung zu heben und die Planungen von Süd- und Nordteil zu entkoppeln. Diesem Vorgehen stimmte nun der Stadtrat zu, nachdem die Regierung von Oberbayern zugesagt hatte, die 3,1 Millionen Euro teure Platzgestaltung im Südteil mit 800 000 Euro aus einem Corona-Sonderprogramm für Innenstädte zu fördern. Bei einer späteren Entscheidung wäre der Zuschuss wohl entfallen.

„Wir hatten für die Entkoppelung schon lange plädiert“, sagte Götz. Wäre man früher so vorgegangen, wären die Kosten für die Stadt angesichts gestiegener Preise am Bau selbst ohne Förderung geringer gewesen. CSU und SPD hätten 2019 aber keine Entscheidung gewollt. Die SPD habe der BBV, die einst den Bürgerentscheid unterstützt hatte, vorgeworfen, sie wolle ein Wahlgeschenk im Kommunalwahlkampf machen, so Götz.

CSU-Fraktionssprecher Andreas Lohde verteidigte die Rückstellung. Sie sei damals richtig gewesen, weil im Viertel Veränderung angestanden hätten. Nun aber sei es richtig, mit dem Süden zu beginnen. Im Norden müsse man sich danach richten. Das werde eine Herausforderung, sagte Philipp Heimerl (SPD). Normalerweise richte sich Freiflächengestaltung nach der Gebäudeplanung. Christian Stangl (Grüne) sagte dagegen, eine „Grüne Oase“ könne auf den Nordteil ausstrahlen und ihn für Investoren attraktiver machen.

Die vorhandenen Entwürfe soll die Stadtverwaltung nun weiter ausarbeiten und für die Flächen nördlich der Ludwigstraße ein Vermarktungskonzept erstellen. Aber auch für den Südteil sind noch Details zu klären. Alexa Zierl (ÖDP) verwies darauf, dass Freiflächen auch auf Klimawandel und Starkregenereignisse ausgelegt werden müssten. Markus Droth (Freie Wähler) Franz Höfelsauer (CSU) mahnten zudem an, die Erreichbarkeit des Handels in der Innenstadt per Pkw müsse sichergestellt bleiben.

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