Eine wachsende Krippe können Gläubige in der Erlöserkirche von Pfarrer Valentin Wendebourg betrachten. Foto: pw
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Eine wachsende Krippe können Gläubige in der Erlöserkirche von Pfarrer Valentin Wendebourg betrachten.

Fürstenfeldbruck

Weihnachtsgottesdienste in der Pandemie

Weihnachten steht vor der Tür. Für viele Familien gehört zur staden Zeit auch ein Gottesdienst in der Kirche. Doch bei stetig steigenden Corona-Zahlen gibt es auch hier Einschränkungen. Vieles kann nicht wie gewohnt ablaufen.

Fürstenfeldbruck – Die Kirchen in der Stadt haben verschiedene Ideen, wie Weihnachten trotzdem weihnachtlich sein kann. In der evangelischen Erlöserkirche wird es keine Weihnachtsgottesdienste geben. Stattdessen ist die Kirche am ganzen Heiligen Abend durchgehend offen, es gibt dort Musik und es ist immer ein Pfarrer präsent. In der Erlöserkirche befindet sich zu diesem Zweck eine wachsende Krippe, in der in den Tagen bis zum Heiligen Abend die Weihnachtsgeschichte nach und nach im Kleinen abläuft. Die Gläubigen erhalten außerdem Material für einen Weihnachtsgottesdienst zu Hause.

„Das ist im Prinzip ein Gottesdienst zum mitnehmen“, so Pfarrer Valentin Wendebourg. Darin befänden sich geistliche Impulse und Liedertexte sowie QR-Codes zu Aufnahmen von diesen Liedern, sodass die Familien im Gottesdienst zu Hause mitsingen können. Außerdem gibt es noch drei unterschiedliche Gottesdienste im Internet auf Abruf, zwei für Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters sowie eine klassische Predigt des Dekans.

Präsenzgottesdienste mit eingeschränkter Kapazität, Maskenpflicht und ohne Gesang wird es vormittags am ersten Weihnachtstag sowie am 27. Dezember geben, und auch an diesen Tagen wird die Kirche wie am Heiligen Abend durchgehend mit Musik und Pfarrer geöffnet sein. „Wir wollen dadurch die Situation etwas entzerren“, so Pfarrer Wendebourg. Ziel sei es, einen großen Andrang am 24. Dezember zu vermeiden indem den Gläubigen die Möglichkeit gegeben wird, an unterschiedlichen Tagen Weihnachten in der Kirche zu genießen.

Ganz anders gehen die katholischen Gemeinden im Pfarrverband Fürstenfeld mit der Problematik um. Hier gibt es an Heiligabend fast doppelt so viele Gottesdienste. Denn wegen der Corona-Einschränkungen dürfen deutlich weniger Personen gleichzeitig in die Kirchen.

Teilnehmen können allerdings nur diejenigen, die sich bereits angemeldet haben. Denn das Anmeldeverfahren ist inzwischen abgeschlossen und die Plätze in der Kirche sind belegt. Zum Hygienekonzept gehören neben Zugangsbeschränkungen außerdem Abstände, Mund-Nase-Bedeckung sowie möglichst wenig Bewegung in der Gemeinde. „Wir bringen die Kommunion daher zu den Gläubigen an den Platz,“ so Otto Gäng, Leiter des katholischen Pfarrverbandes Fürstenfeld. Außerdem würden die Predigten etwas kürzer gehalten. „Trotz der Einschränkungen wird es aber auf jeden Fall weihnachtlich“, so Gäng. Denn egal was drum herum passiere, Weihnachten werde es auf jeden Fall. Das habe er bereits 2002 im Krieg in Afghanistan bemerkt. „Wenn alles durcheinander gewürfelt ist, dann ist es eben ein etwas anderes Weihnachten, aber das muss nicht schlecht sein,“ sagt der 55-Jährige.

Die evangelische Gnadenkirche hingegen setzt auf Livestreams über das Internet. Um 15 und um 16 Uhr gibt es im Internet Gottesdienste für Familien. Der erste ist für Familien mit kleineren Kindern gedacht. Beim zweiten handelt es sich um ein Krippenspiel für Kinder im Grundschulalter. „Im Gegensatz zu vorher aufgenommenen Predigten kommt da bei uns im Team eher ein Gottesdienstgefühl auf“, so Pfarrerin Ursula Leitz-Zeilinger. Diese Stimmung könne dann auch besser mit der Gemeinde geteilt werden.

Allerdings sei dies das erste Mal, dass sie so einen Gottesdienst per Livestream ausprobiere. „Ich hoffe, dass mit der Technik alles klappt,“ sagt die Pfarrerin. Außerdem gibt es an der Gnadenkirche am Nachmittag auch zwei Präsenzgottesdienste mit klassischen Vespern unter den üblichen Hygieneregeln. Für diese ist eine Anmeldung entweder telefonisch, per E-Mail oder online notwendig. (Sven Behrens)

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