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Mit dem großen Räumschild ist für den Germeringer Bauhof-Mitarbeiter Philipp Kilian oft kein Durchkommen mehr.

Fürstenfeldbruck

Weil die Straßen immer mehr zugeparkt sind: Der Winter-Dienst plant um

Die ersten Schneeflocken sind schon angekündigt. In den Bauhöfen im Landkreis laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Auf die Räumdienste kommen aber nicht nur arbeitsreiche Tage zu, sondern auch wütende Anwohner und zugeparkte Straßen.

Fürstenfeldbruck – Für die Mitarbeiter der Bauhöfe bedeutet die Kalte Jahreszeit jede Menge Arbeit: Einsätze mitten in der Nacht, gestresste Autofahrer und zu allem Überfluss auch noch geparkte Autokolonnen am Straßenrand.

Teils werden die Räumfahrzeugfahrer sogar persönlich angegangen und beleidigt. „Wir hatten schon Situationen, da standen Anwohner mit der Schneeschaufel vorm Unimog und haben geschimpft“, erinnert sich Straßenwart Michael Schröder vom Olchinger Bauhof. Die Aggressionen nehmen zu, meint Schröder. „Der Schnee soll zwar geräumt werden, aber bitte nicht auf mein Grundstück.“ Dazu komme, dass häufig in Wohngebieten beide Straßenseiten zugeparkt sind. „Da kommen wir mit den großen Fahrzeugen nicht durch“, so Schröder.

So ist die Lage in Germering

So geht es auch den Kollegen aus Germering. „Es werden immer mehr und größere Autos“, sagt Bauhof-Vize Michael Seeholzer. Es sei schon so weit, dass man einige Touren umplanen und in manchen Straßen kleinere Räumer einsetzen müsse. „Aber die Auslastung der kleinen Räumfahrzeuge ist bereits am Limit.“ Es stünden auch nicht so viele Kleinfahrzeuge zur Verfügung, denn deren Einsatzmöglichkeiten seien außerhalb der Wintersaison begrenzt. „Mit den großen LKW kann man im Sommer beispielsweise Kranarbeiten erledigen“, erklärt Seeholzer.

In Gröbenzell ist das Park-Problem besonders akut. Erst vor Kurzem gab es deshalb einen Ortstermin. Im Fischerweg sollen Parkverbots-Schilder aufgestellt werden, weil es so eng ist, dass Rettungs- und auch Räumfahrzeuge nicht mehr durchkommen – ein bekanntes Problem. Die Anwohner sind wenig begeistert. „Die Feuerwehr muss aber durchkommen. Jeder will, dass die rechtzeitig da ist, wenn sein Haus brennt“, sagt Bürgermeister Martin Schäfer. Nebeneffekt: Wenn genug Platz für die Brandbekämpfer geschaffen wird, dann können auch die Winterdienstfahrzeuge passieren.

Saisonale Parkverbots-Schilder

In Mammendorf arbeitet man bereits mit saisonalen Parkverbots-Schildern. „Bestimmte Problembereiche haben sich im Lauf der Jahre herauskristallisiert“, sagt Ordnungsamtsleiter Christian Huber. Betroffen seien aber nur kleine Abschnitte in Mammendorf, Oberschweinbach und Althegnenberg.

Andernorts bleibt den Bauhofmitarbeitern im Augenblick nichts anderes übrig, als manche Touren zweimal zu fahren. „Wir beginnen meistens gegen drei Uhr mit dem Räumen. Wenn dann Straßen zugeparkt sind, kommen wir nach acht Uhr wieder, wenn die Leute in die Arbeit gefahren sind“, sagt Straßenwärter Schröder aus Olching.

Wenn er sich etwas von den Autobesitzern wünschen könnte, dann sollten sie so weit wie möglich am Rand parken. Es wäre auch schön, wenn sich die Anwohner auf eine Straßenseite einigen und alle Fahrzeuge dort parken würden. „Damit wäre uns schon viel geholfen.“

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