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Gratulation: Ministerin Melanie Huml (l.) hat Ursula Hasmiller-Barekas als „Weißen Engel“ ausgezeichnet.

„Weißer Engel“

Ministerin zeichnet Hospizhelferin aus

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Für ihr ehrenamtliches Engagement in der Palliativstation des Klinikums Fürstenfeldbruck wurde Ursula Hasmiller-Barekas gewürdigt. Sie bekam den „Weißen Engel.

Fürstenfeldbruck – Es ist ihr strahlendes Lächeln. Wer Ursula Hasmiller-Barekas begegnet, dem fällt wohl als erstes ihr fröhliches Gesicht auf. Lachfältchen zieren die Augen der 68-Jährigen, dabei hat sie regelmäßig mit Krankheit, Leid und Tod zu tun. Seit 2008 betreut die Bruckerin ehrenamtlich Patienten in der Palliativstation des Krankenhauses. „Aus tiefer Überzeugung“, wie sie sagt. Dafür wurde sie nun mit dem „Weißen Engel“ geehrt.

Ursula Hasmiller-Barekas wurde früh mit dem Tod konfrontiert. Ihre Mutter starb mit 32 Jahren an Krebs, sie war damals ein kleines Mädchen, gerade einmal vier Jahre alt. Ihren Vater verlor sie mit 25 Jahren, ebenfalls an einen bösartigen Tumor. „Und eine Freundin starb mit 34 Jahren“, sagt sie. Die junge Frau wollte damals nicht in einem sterilen und unpersönlichen Krankenhauszimmer sterben, sondern lieber daheim in vertrauter Umgebung. „Und ich habe sie nach Hause geholt und dort gepflegt“, sagt Ursula Hasmiller-Barekas.

Vor neun Jahren schließlich hat die ausgebildete Journalistin in einem Vortrag erfahren, dass das Brucker Klinikum ehrenamtliche Mitarbeiter für die Betreuung der Patienten in der Palliativstation sucht. Gemeinsam mit ein paar anderen Freiwilligen hat die Brucker Hospizhelferin an Schulungen teilgenommen. Seit neun Jahren kümmert sie sich einmal wöchentlich für einige Stunden um die schwerkranken Patienten. Für deren Angehörigen hat sie ebenfalls ein offenes Ohr.

Die Fürstenfeldbruckerin will in der Palliativstation weitermachen

„Ich glaube, ich habe ein Gespür für Menschen. Für das, was sie brauchen“, sagt Ursula Hasmiller-Barekas. Dazu zählten bereits vermeintliche Kleinigkeiten. Einige möchten, dass sie ihre Hände halten. Andere wollen von ihrem Leben, ihren Kindern oder ihrem Beruf erzählen. Dann hört die Bruckerin einfach nur zu. Sie ist keine Krankenschwester, sie unterstützt die Betroffenen vor allem seelisch. Manche wollen allerdings auch in Ruhe gelassen werden, das respektiert die 68-Jährige freilich.

Woher sie die Kraft nimmt, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten, weiß sie nicht. „Ich bin ein positiver Mensch ohne Angst vor dem Tod“, sagt sie. Wenn sie bei den Patienten ist, sei sie voll und ganz für sie da. Wenn sie aber die Klinik verlässt, könne sie mit dem Erlebten abschließen. Eine große Stütze ist außerdem ihr Mann Rudi (64). Mit ihm tauscht sie sich ab und zu aus – natürlich ohne ihre Schweigepflicht zu verletzten.

Darüber, dass sie nun mit dem „Weißen Engel“ ausgezeichnet wurde, freut sich Ursula Hasmiller-Barekas. Gesundheitsministerin Melanie Huml hat ihr die Urkunde für besonderes ehrenamtliches Engagement in München verliehen. Weitermachen will sie definitiv. „Und es gibt ja auch schöne Erlebnisse“, sagt sie. Oft bekommt sie das Lächeln, das sie den Patienten schenkt, zurück. „Daran sehe sich: Sie freuen sich, ich werde gebraucht.“

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