Schule West und Villa Kunterbunt

Weitere Container auf Spiel- und Sportplätzen

Fürstenfeldbruck – Noch ist Sommer, doch das neue Schul- und Kindergartenjahr wirft bereits seine Schatten voraus: Die Stadt muss in beiden Bereichen schon wieder zusätzlichen Raum schaffen. In der Schule West und am Kindergarten Villa Kunterbunt sollen deswegen Container aufgestellt werden.

Überall wird der Platz für die Schüler und die Kindergartenkinder knapp. Nach aktuellem Stand fehlen 61 Kindergartenplätze. In den Räumen der Schule West muss wegen der hohen Zahl an Erstklässlern eine Lösung für die Mittagsbetreuung gefunden werden. Die Stadt setzt dabei auf Container, wie jetzt im Ausschuss für Integration, Soziales und Jugend beschlossen wurde: Auf dem Spielplatz am Buchenauer Platz sollen zwei Gruppen mit 50 Kindern untergebracht werden, an der West-Schule soll eine Erweiterung der Containeranlage die Lage entspannen. In der Buchenau sollen zwei Gruppen in direkter Nachbarschaft zum Kindergarten Villa Kunterbunt auf dem dortigen Spielplatz-Gelände untergebracht und als dessen Erweiterung geführt werden. Die mittelfristige Planung sieht vor, dass die Container dort bis 2020 stehenbleiben. Kostenpunkt: rund 450 000 Euro.

Axel Lämmle (SPD) kritisierte, dass wieder ein Spielplatz für die Errichtung einer Containeranlage herhalten soll. Denn bereits ab Herbst sollen auf dem Abenteuerspielplatz im Norden ebenfalls in Modulbauweise zwei Gruppen untergebracht werden.

„Diese Spielplätze sind wirklich wichtig. Das ist eine außergewöhnlich schlechte Idee“, sagte Lämmle. Er forderte, stattdessen nach privaten Grundstücken zu suchen, die von der Stadt gepachtet und bebaut werden können. „Ich finde es auch nicht schön, einen Spielplatz zu nehmen“, antwortete der im Rathaus dafür zuständige Sachgebietsleiter Michael Maurer. Im Westen gebe es aber sonst keine Alternativen. Man versuche, den Flächenverbrauch gering zu halten. Weiteres wichtiges Argument seien die Vorteile bei einem Betrieb als Erweiterung des Kindergartens vor Ort.

Einige Amtskollegen gaben Lämmle im Prinzip recht. Wegen der knapp bemessenen Zeit müsse man diese „bittere Pille“ aber schlucken, meinte Markus Droth (CSU). Deswegen scheiterte Lämmle auch mit seinem Antrag, weitere Standorte prüfen zu lassen. Die Räte sprachen sich gegen drei Gegenstimmen für den Bau auf dem Spielplatz aus. Dort soll dann versucht werden, dass außerhalb der Kindergartenzeiten möglichst viel der Fläche als öffentlicher Spielplatz genutzt wird.

Auch auf dem Gelände der West-Schule soll gebaut werden. Dort gibt es bereits drei Klassenzimmer in einer Containeranlage. Doch das wird nicht ausreichen, wie der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) erklärte. Denn ab September wird es fünf erste Klassen geben, eine mehr als im Vorjahr. Deswegen fallen bisher genutzte Räumlichkeiten für die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung weg.

Eigentlich hatte die Stadt das Schulamt eindringlich gebeten, die Kinder auf andere Grundschulen zu verteilen. Dagegen sträubt sich aber die Behörde. Nun müssen zusätzliche Räume her. „Wenn wir es nicht machen, stehen 50 Schüler ohne Mittags- und Hausaufgabenbetreuung da“, erklärte Raff. In Gesprächen mit der Schulleitung wurde deswegen der Plan ausgearbeitet, drei Klassenzimmer in Containern zu schaffen. Geschätzte Kosten: rund 500 000 Euro. Dafür wäre aber zumindest mittelfristig die latente Raumnot behoben, meinte Raff. Im Frühjahr sollen die neuen Räume stehen, die Übergangszeit ist gerade noch so zu überbrücken.

Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag zu. Andreas Ströhle (Piraten-Partei) schlug noch vergebens vor, mit den Eltern der künftigen Erstklässler zu reden: „Vielleicht wechseln welche freiwillig an andere Schulen.“ Ströhle verstand nicht, warum sich das Schulamt so gegen Zuweisungen sträube: „So würde sich die Stadt Millionen sparen.“ Man wolle es aber nicht auf eine Auseinandersetzung mit der Behörde ankommen lassen, sagte Raff. Dabei sei nichts zu gewinnen. 

von Fabian Dilger 

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