Zwei Mitarbeiter des Germeringer Bauhofs sammeln einen Schutthaufen am Aubinger Weg ein. 	foto: gehre
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Zwei Mitarbeiter des Germeringer Bauhofs sammeln einen Schutthaufen am Aubinger Weg ein.

Fürstenfeldbruck

Wenn die Natur zur Müllkippe wird

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Reifen, Bauschutt, Hausmüll, Möbel: Immer öfter entsorgen Menschen ihren Unrat in der freien Natur. Meist kommen die Dreckbären ungeschoren davon. Wer aber erwischt wird, für den wird es teuer – es droht sogar Gefängnis.

Fürstenfeldbruck – Es ist schon wieder passiert. Über Nacht hat sich die Einfahrt in einen Feldweg am Aubinger Weg in eine Müllkippe verwandelt. Im Gebüsch liegen blaue Säcke, daneben türmt sich der Bauschutt auf. Kein Einzelfall, sagt Germerings stellvertretender Bauhof-Chef Michael Seeholzer. Allein in einer Woche haben seine Mitarbeiter zwölf Müllsäcke aus Büschen nahe des Schusterhäusls gezerrt und auf die Ladefläche ihres Transporters gewuchtet. Auch bei Autoreifen müsse die Natur immer öfter als Deponie herhalten. Vergangenes Jahr kam so ein voller 30-Kubikmeter-Container am Bauhof zusammen. „Die wilde Müllentsorgung nimmt zu“, sagt Seeholzer.

Das hat auch Peter Langenegger vom Brucker Bauhof registriert. Er weiß mittlerweile, wo er nachschauen muss, ob wieder jemand seinen Müll in die Landschaft gekippt hat. „Meist wird nahe von Straßen an Waldwegen entsorgt – in schlecht einsehbaren Bereichen“, sagt Langenegger. Für die Müllsünder hat er keinerlei Verständnis. Schließlich gebe es doch die Wertstoffhöfe, wo man umsonst und legal entsorgen könne.

Am Waldweg

Wie dreist die Dreckbären vorgehen, hat jüngst auch Tobias P. in Fürstenfeldbruck beobachtet. In einem Waldweg am nördlichen Stadtrand fuhr ein Auto samt Anhänger an ihm vorbei. Am Ende des Weges habe der Fahrer dann angefangen, seine Gartenabfälle seelenruhig im Wald zu verklappen. Auf die Idee sind offenbar bereits Andere gekommen. Schon teilweise von Laub bedeckt, liegen dort Styropor, Ölbehälter, Schränke und Teile eines Lkw.

Das Problem beschränkt sich aber keineswegs auf den städtisch geprägten Teil des Landkreises. Auch weit draußen im Westen werfen Menschen ihren Dreck immer wieder in die Landschaft. „Besonders beliebt sind Waldwege entlang der B 2“, sagt eine Sprecherin der VG Mammendorf. Man vermute kleine Billig-Baufirmen dahinter. Dafür spreche, dass immer wieder Schutt, Glaswolle, Ethernitplatten und sogar Toiletten im Wald landen.

Wilde Deponien

Die wilden Müll-Deponien sind oft mehr als nur ein Ärgernis für diejenigen, die den Unrat wieder wegräumen müssen. Denn häufig werden auch umweltgefährdende Stoffe in der Natur verklappt. „Wen wir dabei erwischen, der kann sich warm anziehen“, sagt Andreas Ruch, Sprecher der Germeringer Polizei. Landen etwa Öl, Batterien, Asbest oder auch Elektrogeräte am Straßenrand, übernimmt die Staatsanwaltschaft. Bei einer Verurteilung drohen den Müllsündern eine hohe Geldstrafe oder auch bis zu drei Jahre Gefängnis. Und auch wenn es sich „nur“ um eine Ordnungswidrigkeit handelt, kann es für die Verursacher richtig teuer werden. „Der Bußgeldrahmen beträgt bis zu 100 000 Euro“, erklärt ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes auf Nachfrage.

All zu sicher sollten sich Müll-Gangster nicht fühlen, wenn sie vermeintlich heimlich ihre Ladung entsorgen. Immer öfter würden in den Wäldern nämlich Wildkameras hängen, die dann auch das illegale Treiben aufzeichnen könnten. „Da könnte der ein oder andere eine Überraschung erleben“, sagt Andreas Ruch.

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