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Unterkunft am Fliegerhorst

Wetterfeste Asylkicker holen Cup im Sturm

Im regulären Punktspielbetrieb sind zuletzt die meisten Partien wegen der nicht mehr freiluft-tauglichen Wetterverhältnisse ausgefallen. Einer Schar von fußballbegeisterten Flüchtlingen waren Sturm und Regen egal – sie kickten trotzdem beim ersten Refugee-Cup-Turnier.

Fürstenfeldbruck – Eine englische Floskel lautet: „It’s raining cats and dogs.“ Was so viel bedeutet wie, dass es draußen aus Kübeln schüttet und man sich besser auf das Sofa verkriecht. Doch vier Fußballteams aus den Asylunterkünften in Fürstenfeldbruck, Puchheim, Eichenau und Lochhausen ließen sich davon nicht abhalten. Sie trotzten dem nasskalten Novembertag und zogen ihr Pokalturnier auf dem Gelände des TSV West in Fürstenfeldbruck durch. Vielleicht wollten sie aber auch nur für einen Tag der Langeweile in ihren Flüchtlingsunterkünften entkommen. Zumindest kannte die Begeisterung der jungen Asylbewerber aus Nigeria, Syrien, Äthiopien und Eritrea keine Grenzen, als sie frierend und zitternd den Rasen des Viscardi-Stadions betraten, um nach vier 60-Minuten-Spielen ihren Pokalsieger zu finden. Marlies Eller vom Helferkreis Puchheim musste zweimal einen regen Schuhtausch zwischen den spielenden und nichtspielenden Mannschaften organisieren.

Eng, aber stets fair ging es in den beiden Halbfinalspielen zwischen den United Fursty Kickers und den Eichenau Panthers sowie zwischen dem Play4Puchheim und Lola Kickers Lochhausen zu. Beide Begegnungen endeten unentschieden und mussten im Elferschießen entschieden werden. Die von Schiri-Obmann Christian Erdle (Stefansberg) zur Verfügung gestellten Verbands-Referees hatten alles im Griff. Im kleinen Finale um Platz drei siegte Eichenau dann deutlich mit 7:2 über Puchheim. Acht Minuten vor Ende der Partie beendete ein gewaltiger Hagelschauer das Spiel vorzeitig. Angesichts des klaren Resultats wurde auf die verbleibende Spielzeit verzichtet.

Den großen, vom Integrationsreferenten der Kreisstadt, Willi Dräxler, überreichten Siegerpokal sicherte sich das Team aus der Erstaufnahmeeinrichtung im Fliegerhorst, das die Lola Kickers Lochhausen mit 6:3 besiegte. „Heute sind alle Gewinner“, sagte er bei der Siegerehrung. Dirk Hasenjaeger vom Helferkreis Fursty fügte hinzu: „Ich bin ein Hamburger.“ Womit er ausdrücken sollte, dass ihm das Sauwetter nichts ausgemacht habe. Der Organisationsleiter des Turniers, der als hartgesottener Ex-Funktionär des SV Puch eisern alle Partien verfolgte, plant weitere Aktivitäten mit den Flüchtlingen. „Eine Wiederholung des Turniers wird es sicher geben. Aber das nächste Mal im Sommer“, sagte Hasenjaeger. Außerdem würde er gern ein Hallenturnier veranstalten und vielleicht auch eine regelmäßige Spielrunde. Er würdigte die Unterstützung von Günter Eichinger, dem jetzt als Jugendleiter des Vereins tätigen Ex-Präsidenten des TSV West. „Ohne ihn wäre das Turnier nicht möglich gewesen.“ (dm)

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