Der Fürstenfelder Adventsmarkt gehört zum Jahresausklang fest ins Programm. Er soll trotz Corona stattfinden, jedoch in anderer Form und noch mehr im Freien.
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Der Fürstenfelder Adventsmarkt gehört zum Jahresausklang fest ins Programm. Er soll trotz Corona stattfinden, jedoch in anderer Form und noch mehr im Freien.

Pandemie

Wie geht’s Fürstenfeld in der Corona-Krise?

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Die Abonnenten halten dem Veranstaltungsforum Fürstenfeld auch in der Corona-Pandemie die Treue. Der Vorverkauf erreicht bisher rund 85 Prozent üblicher Zahlen. Für das Forum ein wichtiges Signal – zumal man auch 2021 mit einem schweren Jahr und Absagen von Großveranstaltungen rechnet.

Fürstenfeldbruck – Klaviersommer, Kinosommer, Open Air-Kabarett: Über den Sommer hat das Team aus Fürstenfeld Erfahrungen mit Corona-Veranstaltungen gesammelt. Rund 7500 Besucher kamen und testeten das Hygienekonzept. „Die Menschen haben sich reihenweise bedankt, dass etwas stattfindet“, sagt Marita Kuhn, stellvertretende Leiterin des Veranstaltungsforums. „Man merkt, sie haben es vermisst.“

Wie entwickeln sich die Besucherzahlen?

Nach dem Outdoor-Sommer geht es nun zurück nach drinnen. „Wir konzentrieren uns auf die Abo-Reihen“, sagt Fürstenfeld-Chef Norbert Leinweber. Einzelne Veranstaltungen werde man weniger machen, um das finanzielle Risiko auch für die Stadt niedriger zu halten. Die Erfahrung zeige: Einzelkarten zu verkaufen, sei weitaus schwieriger als Abos. Denn die langjährigen Gäste halten Fürstenfeld die Treue. Rund 85 Prozent des Vorjahresniveaus sind in den Aboreihen Jazz, Blues, Literatur und Theater bereits erreicht, bei der Konzertreihe und der Alten Musik sogar über 90 Prozent.

„Wir sind stolz, dass wir die Abonnenten ans Haus binden und neue hinzugewinnen konnten“, sagt Leinweber. Ehemalige Abonnenten, die den Besuch eines Konzerts scheuen, behalte man auf der Warteliste. Vom Zulauf fühlt Leinweber sich bestätigt. „Die Leute sehen, dass das Hygienekonzept funktioniert.“ Daneben punkten auch die vielen Parkplätze und die gute Lüftungsanlage in den Sälen, im Foyer und den Toiletten sowie der kontaktlose Einlass.

Wie lauten die Corona-Änderungen?

Jazz und Blues ziehen vom Kleinen Saal in den Stadtsaal. Auch der Churfürstensaal wird mangels Lüftung nicht für die Alte Musik genutzt. Und für Lesungen verzichtet man auf Aumühle und Säulensaal, um die Zuhörer unterzubringen. Aufgrund der großen Nachfrage werden die Fürstenfelder Konzerte um 17 und 20 Uhr gespielt. Die Künstler passen das Programm an, berichtet Kuhn.

Die Theaterreihe lässt sich dagegen nicht aufteilen. Hier werde man notfalls losen müssen, berichtet Leinweber. Sie ausfallen zu lassen, sei keine Option. „Wir wollen die Theaterfreunde nicht enttäuschen“, so Leinweber. Als Höhepunkt wurde das Burgtheater Wien gebucht. Da hilft ein Förderprogramm des Bundes, bei dem im ersten Halbjahr 2021 die Hälfte der Gage und Nebenkosten übernommen werden, berichtet Kuhn.

Wie läuft es mit den Sitzplätzen?

Derzeit dürfen maximal 200 Besucher zu einer Veranstaltung kommen. Für die Plätze wurde ein dynamischer Sitzplan eingerichtet: Die Besucher geben an, mit wie vielen Personen aus einem Haushalt sie kommen, und danach werden die Plätze verteilt. Mit diesem Konzept könne man bis zu 300 Besucher im Stadtsaal unterbringen – und im Stadtsaalhof 600 statt der erlaubten 400. Leinweber setzt sich für eine Ausnahmegenehmigung beim Kultusministerium ein – mit Unterstützung vom Landrat.

Wie geht es nächstes Jahr weiter?

Mit einer halben Million Minus hat der Werksleiter gerechnet, wenn es nach dem Sommer normal weitergegangen wäre. „Ich fürchte, das wird nicht reichen.“ Denn von den 2,2 Millionen Euro Einnahmen ist man weit entfernt. „Auch das nächste Jahr wird schwierig“, sagt Leinweber. Die Animuc – ein Publikumsmagnet – wurde bereits abgesagt, weitere Großveranstaltungen stehen auf der Kippe. Auch Hochzeiten sind weniger. Dafür werde das Haus mehr für Sitzungen und kleinere Veranstaltungen gebucht.

Festhalten will man an den Open-Air-Veranstaltungen. Klavier- und Kinosommer bleiben fest im Programm. Auch mit dem Konzertbüro Augsburg ist man für eine Neuauflage des Open-Air-Kabaretts im Gespräch. Und nach dem Töpfermarkt will Fürstenfeld heuer noch einmal etwas bieten: Mit einem etwas anderen Adventsmarkt.

So ist der Fürstenfelder Adventsmarkt geplant

Mit dem Töpfermarkt hat das Veranstaltungsforum ein Lebenszeichen im Bereich Märkte gesetzt. Und auch der Fürstenfelder Adventsmarkt soll der Corona-Pandemie nicht zum Opfer fallen.

Die Tenne als Marktfläche scheidet in diesem Jahr jedoch aus, denn dort gibt es keine Lüftung. „Der Adventsmarkt wird draußen auf der Waaghäuslwiese stattfinden“, sagt Birgitta Klemenz, die ihn seit vielen Jahren organisiert. Einzig im Säulensaal könnten ein paar Stände stehen – mit Abstand und Höchstbesucherzahl.

Die Organisation liegt diesmal federführend beim Veranstaltungsforum, sagt Klemenz. Sie ist weiter im Team, gemeinsam mit vielen, die in Fürstenfeld arbeiten. Klosterstüberl und Fürstenfelder übernehmen die Gastronomie. Das Museum will Workshops anbieten und auch das Kunsthaus ist wahrscheinlich dabei. Die Klosterkirche soll illuminiert werden. „Wir wollen ein bisschen adventliche Stimmung reinbringen, nachdem so viel abgesagt wird.“ Und man wolle zeigen, dass es gehe.

Nun laufen die Detailplanungen. Als Zuckerl für die Besucher wird in diesem Jahr kein Eintritt verlangt. Zudem soll der Markt nicht an zwei, sondern an drei Adventswochenenden, nämlich vom 27. bis 29. November, 4, bis 6. und 11. bis 13. Dezember, öffnen. Draußen sollen Feuerschalen für ein vorweihnachtliches Ambiente sorgen, sagt Fürstenfeld-Chef Norbert Leinweber. Er hofft inständig, dass die Corona-Pandemie den Markt auch möglich macht. „Wir wollen, dass die Leute bei einem Glühwein oder Kinderpunsch zusammen stehen können in diesem besonderen Jahr.“ imu

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