Claudia Gessnerist seit Mai die neueFahrradbeauftragte.   tb

In Bruck

Sie will das Radfahren sicherer machen

Fürstenfeldbruck – Claudia Gessner tritt nicht nur selbst gern in die Pedale, sondern kümmert sich auch darum, dass die Brucker in ihrer Stadt gerne aufs Radl steigen: Seit Mai ist sie die neue Fahrradbeauftragte im Rathaus.

Die 35-Jährige, die aus der Nähe von Erfurt stammt und im Rathaus Josefa Dahme nachfolgt, studierte zwischen 2000 und 2005 Bauingenieurwesen in Weimar und konzentrierte sich dabei auf die Planung und den Betrieb von Verkehrsanlagen. „Verkehrssicherheit interessiert mich sehr“, sagt sie. Ab 2006 arbeitete Gessner bei einem Münchner Büro und beschäftigte sich mit der Planung und Ausschreibung von Verkehrsbeeinflussungsanlagen, Markierungsplanung und Verkehrsplanung.

Einen neuen Job fand sie heuer in Bruck, was der zweifachen Mutter sehr gefällt. „Privat hat der Wechsel nur Vorteile gebracht.“ Schon 2009 kam sie in den Landkreis und lebte zunächst ein Jahr in Bruck und dann in Maisach, seit kurzem ist sie nun im westlichen Landkreis beheimatet.

Das Fahrrad spielt für Claudia Gessner eine wichtige Rolle. Einige Strecken sind ihr schon vertraut, aber im Moment versucht die passionierte Radlerin, neue Wege im Landkreis zu erkunden. Früher ist sie gerne mit dem Mountainbike unterwegs gewesen. Auch mit den beiden Söhnen (5 und 3) wird es nach ihrem Wunsch bald wieder aufs Fahrrad gehen, der kleinere Bub lernt gerade das Fahren.

In ihrem neuen Amt wird Claudia Gessner bei Um- und Neuplanungen eingebunden, wenn davon Radler mitbetroffen sind. Die Bauingenieurin schaut sich die Pläne an und gibt eine Stellungnahme ab.

Nach gut drei Monaten im Amt hat sie sich bereits ein Bild von den Bedürfnissen der Brucker Radler gemacht. „Ein wichtiges Thema sind die Nullabsenkungen“, erklärt die Fahrradbeauftragte. Denn wo Radwege und Straße sich kreuzen, wird der Bordstein auf das Niveau der Straße abgesenkt oder mit einer kleinen Schwelle von drei Zentimetern realisiert. Sie hätten schon Anfragen erreicht, warum teilweise drei Zentimeter Unterschied statt einer Nullabsenkung bestünden. „Wir sind sehr bemüht, die Nullabsenkungen für einen bequemen Übergang herzustellen. Dies ist aber nicht überall möglich.“ Auch in der Augsburger Straße, in der zum Teil der Radweg in zwei Richtungen befahren werden muss, soll die Wegführung neu geplant werden.

Im Allgemeinen ist die Radverkehrsführung laut Gessner im Fokus, vor allem in der Oskar-von-Miller-, der Fürstenfelder sowie der äußeren Schöngeisinger Straße: „Das ist kein zumutbarer Zustand.“ Denn die Führung wechsle ständig. Noch in diesem Jahr soll deshalb hier eine Planung in Angriff genommen werden.

Claudia Gessner weiß: Die neuen Schutzstreifen in der Hauptstraße, die vor einigen Monaten eingerichtet wurden, werden gut angenommen. Nur die Markierungen müssten bald aufgefrischt werden. Außerdem sieht die Fahrradbeauftragte ein Problem in den parkenden Baustellenfahrzeugen, die im Moment zum Teil auch auf dem Schutzstreifen stehen oder in ihn hineinragen. Anmerkungen habe es aber hierzu noch nicht gegeben.

Auf Gessners Agenda steht auch ein Punkt, den ihre Vorgängerin bereits angestoßen hat: ein Fahrradverleihsystem. Der Stadtrat hat die Einführung bereits beschlossen, der Bedarf besteht laut Gessner gerade bei Berufspendlern oder Bruckern, die mit Besuchern auf dem Rad die Stadt erkunden wollen. Hier erbittet sich die neue Beauftragte aber etwas Zeit für die Einarbeitung ins Thema, das 2017 aufgegriffen werden könne. (mmh)

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