An der Schöngeisinger Straße ist der Schnee an den Straßenrand geschoben. Radler können auf dem Schutzstreifen nicht mehr richtig fahren, beklagt Alexa Zierl. 

In Fürstenfeldbruck

Winterdienst auf Radwegen in der Kritik

Das Radfahren ist bei Schneefall wahrlich nicht immer leicht, auch nicht in der Stadt. Umweltreferentin Alexa Zierl fordert deswegen: Radwege müssen besser geräumt werden. Doch der Bauhof und der Verkehrsausschuss sehen wenig Optimierungspotenzial.

Fürstenfeldbruck – Wenn Stadträtin Alexa Zierl (Die Partei & Frei) im Winter mit ihrem Pedelec unterwegs ist, dann hat sie besonderen Grip auf den Straßen: Sie fährt mit so genannten Spikes. Zierl sorgt sich aber um die Bürger, die ohne diese spezielle Winterbereifung mit dem Radl unterwegs sind. Bei starkem Schneefall wären diese deutlich eingeschränkt: „Wenn es geschneit hat, kann man sich in Fürstenfeldbruck nicht sicher sein, dass man unterwegs sein kann.“ Grund: Die benutzungspflichtigen Geh- und Radwege und die Schutzstreifen werden für Zierl nicht schnell und nicht nachhaltig genug vom Schnee befreit, falls einmal die Flocken wirbeln. „Und das teilweise auf der Hauptstraße“, sagte Zierl.

Um den Beweis zu erbringen, hatte sie in diesem Winter nach Schneefall-Tagen eine Tour durchs Stadtgebiet gemacht und einige Fotos geschossen. Zierl forderte deshalb in einem Antrag, die Räumungspriorität für Radl-Straßenabschnitte zu verbessern. Als Ultima Ratio müsse die Stadt dann eben andere Dienstleister dafür bezahlen, dass sie Räumdienste fahren.

Für Zierl ist diese Maßnahme auch deshalb wichtig, weil die Stadt in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) Mitglied ist. Wenn man den Anspruch als Radl-Kommune habe, dann müsse man schon etwas dafür tun, findet sie. Beim Winterdienst habe Bruck von den Bürgern zum Beispiel eine miese Bewertung im sogenannten „Fahrradklimatest“. Grund genug, sich hier etwas zu verbessern.

Bauhof-Chef Peter Langenegger ist mit seinen Männern im Winter dafür zuständig, dass die Straßen frei sind. Es sei schon richtig, dass nicht immer optimal geräumt sei, erklärte Langenegger im zuständigen Umwelt-, Verkehrs- und Tiefbauausschuss den Stadträten. Die Bauhof-Mitarbeiter würden bei starkem Schneefall an der Grenze des maximal Möglichen fahren und mit allen Fahrzeugen ausrücken.

Auf auf den Geh- und Radwegen sei man zum Beispiel mit viel kleinen Gefährten unterwegs. Mehr Räumdienste sind laut Langenegger mit dem vorhandenen Personal und Möglichkeiten schlicht nicht möglich. Sechs bis sieben Stunden dauert es, bis man mit einer Tour durch das Stadtgebiet fertig ist. Doch in der Zwischenzeit kann es ja nachschneien, so Langenegger: „100 Prozent schaffen wird schwierig.“ Ein Umstand, den man in der kalten Jahreszeit einfach akzeptieren müsse, so der Bauhof-Chef: „Irgendwo muss man einmal sagen, es ist Winter.“

Winter und Schnee sind nun mal höhere Gewalt, das waren auch die Meinungen der anderen Stadträte, die Zierls Antrag nicht zustimmten. Bei dem „schwierigen Thema“ werde man „keine optimale Lösung“ finden, meinte Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne), selbst Dauer-Radlerin. Und auch Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV), ebenfalls ein großer Radlfreund, argumentierte, es seien „nur wenige Tage“ im Jahr mit sehr starkem Schneefall. Andere meinten, bei Schneetagen könne es vorkommen, dass man auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen müsse. Peter Glockzin (CSU) riet den Bürgern, im Winter ganz auf den Drahtesel zu verzichten: „Zur eigenen Sicherheit ist es besser, wenn man nicht mit dem Rad fährt.“

Auch eine Hotline für Radfahrer, die nicht geräumte Stellen melden können, wird es wohl vorerst nicht geben. Diese hatte Zierl nach Augsburger Vorbild angeregt, um den Bürgern das Gefühl zu geben, die Stadt kümmert sich. Zumindest wollen die Zuständigen und Zierl sich jetzt noch einmal zusammensetzen und das Thema Winterdienst für Radfahrer beraten. (fd)

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