Christian Götzsteht hinter der Volkshochschule.

Fürstenfeldbruck

Wirbel um abgesagten Israel-Vortrag an der Volkshochschule

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Ein abgesagter Vortrag an der Volkshochschule (VHS) sorgt für mächtig Wirbel. Jürgen Schulz, der über das Thema Israel/Palästina sprechen wollte, wirft der VHS Beschneidung der Meinungsfreiheit vor. Die Stadträte stellen sich hinter die Bildungseinrichtung.

Fürstenfeldbruck– Schulz ist im Arbeitskreis Mahnmal aktiv und war Vorsitzender des Eine-Welt-Zentrums. Beim Zeitgespräch der evangelischen Kirchen hatte er den Vortrag „Vom Ammersee nach Palästina – Hoffnung auf eine neue Heimat in Erez-Israel“ gehalten und diesen auch der VHS angeboten. Geschäftsführerin Silvia Reinschmiedt nahm diesen ins Programm. Doch dann meldete sich das Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhundertes bei ihr. Dort hatte Schulz angefragt, ob er Bildmaterial für seinen Vortrag nutzen dürfe. Dies wurde ihm verweigert mit der Begründung, er habe einen oder mehrere israelkritische Aufrufe der Kampagne „Boykott, Desinvestitonen und Saktionen“ (BDS) unterzeichnet. Diese Bewegung ist äußerst umstritten, da einige Vertreter dem Staat Israel das Existenzrecht absprechen. Die Folge: Der Vortrag wurde wieder aus dem Programm genommen.

Reinschmiedt und Stadtarchivar Gerhard Neumeier hatten deshalb bei Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV) vorgesprochen. „Die Sachlage war undurchsichtig“, sagt Götz, der OB Raff damals vertrat. Daher sei die Entscheidung der Geschäftsführerin richtig gewesen. Er könne nicht über den Inhalt des Vortrag und die Befangenheit des Referenten urteilen. „Aber es wäre der Supergau, wenn der Vortrag nicht ganz koscher ist und dann Vorwürfe in Richtung Antisemitismus und Anti-Israelismus auftauchen.“ Neumeier, der einen Aufsatz von Schulz zu diesem Thema Korrektur gelesen hat, riet ebenfalls zur Absage.

Schulz betont: „Ich habe nichts vom BDS unterzeichnet.“ Das habe er dem Institutsleiter in einem Telefonat erklärt. Er hat ihn aufgefordert, Beweise vorzulegen. Reinschmiedt wirft er vor, ihm aufgrund von „erfundenen Argumenten aus Nürnberg“ abgesagt zu haben.

In einer E-Mail an die Stadträte beschwerte er sich über das Redeverbot und warf ihnen kollektives Schweigen vor, als Reaktionen ausblieben. Claudia Calabró, Referentin für Erwachsenenbildung, findet den Wirbel, der auf dem Rücken der VHS und des Stadtrats ausgetragen werde, ärgerlich. „Das ist ein so delikates Thema, da erwarte ich, dass abgesagt wird, sobald ein kleinster Zweifel an der Seriosität auftaucht.“

Die Reaktion bestätige die Richtigkeit der Entscheidung, sagt Andreas Lohde (CSU). Er bezweifelt, dass Schulz zur korrekten Wiedergabe von sorgfältig recherchierten Fakten in der Lage sei. Kulturreferent Klaus Wollenberg (FDP) ist wichtig, dass alle Beteiligten ihr Gesicht wahren. Er und Klaus Quinten haben Schulz ein Gespräch angeboten „um die Kuh vom Eis zu holen“. Dieses will Schulz annehmen. Den Vortrag will er nun im Bürgerpavillon halten.  imu

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