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Der Waldfriedhof: Hier wurden die Gebühren erhöht.

Am Waldfriedhof

Witwe kritisiert teure Urnennischen

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Fürstenfeldbruck – Die Grabgebühren in der Großen Kreisstadt werden zum 1. Januar erhöht. Doch auch in den vergangenen Jahren wurden sie nach oben geschraubt. Und das um mehr als 500 Euro auf zehn Jahre.

Else Blum (Name geändert) ist seit zehn Jahren Witwe. Am 14. August 2006 wurde der Leichnam ihres Mannes am Brucker Waldfriedhof beigesetzt. Seitdem ist die 80-Jährige oft am Grab. Die Urne steht in einer zweifachen Nische. „Es ist mein Mann. Ich will die Urnennische doch behalten“, sagt die ältere Dame. Doch sie weiß nicht, ob sie sich das Grab auf weitere zehn Jahre leisten kann.

Denn der Preis ist von 380 auf 1050 Euro für zehn Jahre angestiegen. „Deshalb habe ich jetzt erstmal nur für fünf Jahre verlängert“, sagt sie. Schweren Herzens. Detlev Kollmannsberger, Leiter der Friedhofsverwaltung, bestätigt den Preisanstieg. „Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 ist die Gebührensatzung in Kraft getreten und hat die Gebührensatzung vom 23. Oktober 2001 außer Kraft gesetzt.“ Die Erhöhung sei stufenweise beschlossen worden: 720 Euro ab 2013, 1050 Euro ab 2015 und ab 2017 sogar 1200 Euro. Der Grund sei, dass die Gebühren zehn Jahre lang nicht erhöht worden seien. „Die Neukalkulation erbrachte eine erhebliche Unterdeckung der Gebühr für die Urnennischen.“

Else Blum sagt, bei der Stadt habe man ihr erklärt, auch die Stehlen seien teuer in der Anschaffung. „Aber unsere steht seit 2005, das sind doch einmalige Kosten.“ Die Pflege sei auch nicht aufwendig. „Die Disteln habe ich dieses Jahr sogar selbst entfernt.“

Der 80-Jährigen sei auch aufgefallen, dass immer mehr Nischen leer stünden. „Da wurden bestimmt zehn Felder aufgegeben.“ Auf Nachfrage sagt Kollmannsberger, eine „vermehrte Aufgabe von Urnennischen aufgrund der Gebührenerhöhungen ist nicht festzustellen“. Grundsätzlich habe sich das Verhalten von Grab- oder Nischenbesitzern in den vergangenen Jahren verändert. „Sehr oft geben Angehörige die Bestattungsplätze nach Ablauf der Ruhefrist von zehn Jahren auf, oder verlängern das Nutzungsrecht nur noch einmal.“ Grabstätten, die 30 bis 40 Jahre oder sogar noch länger von den Familien aufrechterhalten würden, gebe es immer weniger.

Else Blum ist das nur ein schwacher Trost. Sie hofft, dass sie die Urnennische doch noch um weitere fünf Jahre verlängern kann.

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