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Der Regler an seiner Heizung nützte Rainer Best überhaupt nichts – die Anlage bullerte trotzdem weiter.

Mieter müssen Mehrkosten tragen

Brucker Wohnanlage wird zwangsbeheizt

Fürstenfeldbruck – Auf den Sommer warteten auch die Brucker bisher vergeblich. Lediglich die Mieter eines Hauses kamen ins Schwitzen – sie wurden monatelang zwangsbeheizt.

Rainer Best fühlt sich im Stich gelassen. Eigentlich sollte die Heizung in seiner Wohnung an der Kronprinz-Rupprecht-Straße in Bruck schon seit März auf Sommerbetrieb umgestellt sein. Getan hat sich lange Zeit jedoch nichts – trotz mehrfacher Beschwerden seinerseits.

„Es herrschen rund 26 Grad Raumtemperatur“, sagt Best. Dabei steht der Regler seiner Heizung auf null. Zugang zum zentralen Regler im Keller haben die Mieter nicht. Best und seine Frau müssen fast durchgängig die Fenster offen lassen. So heizt der 62-jährige Unternehmensberater sein Geld buchstäblich zum Fenster hinaus. Schließlich müssen die Mieter die zusätzlichen Kosten tragen.

Bereits mehrere Wochen lang stand Best in Kontakt mit der Vermietergesellschaft GBW, die für die Wohnanlage zuständig ist. Eine Sprecherin verwies ihn an die Firma Münchner Gebäudetechnik, welche die vollautomatische Heizung installiert hatte.

Als Best dort anrief, sagte man ihm wiederum, dass die Firma einen Ansprechpartner in der Wohnanlage benötige, um das Problem zu lösen. Das heißt, die GBW hätte sich direkt mit der Firma Münchner Gebäudetechnik absprechen müssen. „Ich wurde mit immer neuen Ausreden abgewimmelt“, sagt er. Reagiert hat letztlich niemand und geheizt wurde weiterhin so, als sei es tiefster Winter gewesen. „Da gibt es scheinbar ein Kommunikationsproblem“, mutmaßt Best.

Hinzu kommt, dass die Heizungsrohre innerhalb der Wohnung verlaufen. „Und die Rohre sind oft kochend heiß“, so der Brucker. Während langjährige Mieter diese Problematik bereits kennen und entsprechend aufpassen würden, seien die Rohre vor allem für Kinder gefährlich.

Verstärkt wird die Hitze durch Modernisierungsmaßnahmen: Derzeit werden die Wohnungen energetisch saniert und die Fassaden mit Dämmstoffen isoliert. „Die Handwerker, die unser Haus sanieren, sind aber nicht für unsere Heizung zuständig“, sagt Best frustriert.

Als sich das Fürstenfeldbrucker Tagblatt vergangene Woche bei der GBW meldete, teilte eine Sprecherin mit, dass die Gesellschaft an der Sache dran sei. Technische Schwierigkeiten seien die Ursache für die „Unregelmäßigkeiten im Heizungsbetrieb“. Diese könnten aber nun bald behoben werden. Ein Partnerunternehmen der GBW werde die Heizung bald umstellen.

Und tatsächlich: Am Freitag rückten die Handwerker der Münchner Gebäudetechnik an. „Die Heizung funktioniert wieder – zumindest momentan“, so Rainer Best. Er und seine Frau kennen solche Verzögerungen bereits. In den 40 Jahren, in denen sie in der Kronprinz-Rupprecht-Straße wohnen, sei das immer wieder mal vorgekommen. Im Sommer schwitzen die Mieter, „im Winter frieren wir“, seufzt Best.

Von Regina Mittermeier

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