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Das wünschen sich Brucker Bürger für das neue Viertel rund um die Aumühle

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Auf einem großen Schaubild (oben) steht jeder aufgeklebte rote Punkt für ein favorisiertes Thema. © Metzler

Rund um Aumühle und Lände soll ein lebendiges und urbanes neues Stadtviertel entstehen. Neue Ideen sollen umgesetzt werden. Das will man nicht allein den Profi-Planern überlassen. Die Bürger sind gefragt – und sie haben durchaus etwas zu sagen.

Fürstenfeldbruck – Wegen des großen Andrangs und des beschränkten Platzangebots im Vortragssaal der Stadtbibliothek Aumühle hatten sich die Teilnehmer vorher anmelden müssen. „Ich freue mich über Ihr großes Interesse, wie sich die Innenstadt in den nächsten Jahren entwickeln könnte“, sagte OB Erich Raff (CSU). „Wir wollen Sie mit ins Boot nehmen und freuen uns auf Ihre Ideen.“

Selbst in der 20-köpfigen Jury, die später die zehn Architekturbüros mit ihren Vorschlägen bewertet, können bis zu neun Bürger mitarbeiten – jedoch ohne Stimmrecht. Das besitzen nur fünf Stadträte und sechs externe Fachplaner als Preisrichter. „Aber Sie können Ihre Meinung einbringen“, so Raff.

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© Weber

Vor den 120 Bürgern in der Aumühle fiel noch keine Entscheidung, was wie und wo gebaut werden soll. Raff bezeichnete den Abend als Vorstellung des Handwerkszeugs. „Es ist aber eine supergute und einmalige Gelegenheit, generationsübergreifend etwas zu entwickeln.“

Die Perspektive

Eine verträgliche Vermengung von Wohnen und Arbeiten, Kultur und Freizeit hält Stadtbaumeister Martin Kornacher wegen der Historie des Areals für eine gute Perspektive. Die Bürger sollen sich aber auf eine langfristige Entwicklung einstellen. Kornacher plädiert für einen Architekten-Wettbewerb. Bevor die Bürger ihre ersten Ideen und Vorschläge einbringen konnten, stellte Barbara Hummel vom Stadtplanungsbüro Hummel & Kraus die Rahmenbedingungen und Entwurfsaufgaben für die Planungsbüros vor. 

Autoarm

Entstehen solle ein autoarmes Quartier mit Priorität auf Fuß- und Radverkehr. Parkplätze würden überwiegend dezentral untergebracht. Wertvolle Naturräume und Gewässer sollen weiter geschützt und erlebbar gemacht werden. Die vielen Brücken, die das Gebiet an der Amper prägen, sollen erhalten, ersetzt und durch Neubauten ergänzt werden.

Weniger Parkplätze gefordert

Auch bei den Ideen und Anregungen der Bürger gab es klare Prioritäten. So favorisieren die meisten eine Wohnform ohne Auto und halten eine Reduzierung des Stellplatzschlüssels für erforderlich. Dabei brachten sie eine Doppelnutzung von zeitlich unterschiedlich genutzten Stellplätzen ins Gespräch. Beifall fand die Idee von Bürgerbaugemeinschaften beziehungsweise gemeinschaftlichen Investoren aus bürgerschaftlichem Engagement. Die Frage kam auf, ob die Möglichkeit einer Kooperation zwischen der Stadt und dem Stadtwerke-Investor bestehe, der das Gelände mit dem neuen Standort im Brucker Westen getauscht habe. Es handelt sich dabei um die IGEWO (Wohnungsunternehmen aus München), die in die Planungen miteinbezogen werden, sagte Raff.

Bezahlbare Mietwohnungen

Die Geschäftsführerin der IGEWO, Birgit Eckert-Gmell, teilte dazu mit: „Wir sind seit 2013 Eigentümer des Geländes südlich der Aumühle, auf dem wir bezahlbare Mietwohnungen errichten wollen.“ Die zwei denkmalgeschützten Villen bleiben bestehen. Neben der Subkultur, der OB Raff Bestandsschutz zusicherte, sollen weitere Kulturvereine eine Chance erhalten, meinte eine junge Besucherin. Anklang fand auch der Vorschlag eines Bürgers, die Kneipp-Insel wieder zu aktivieren. Zur Frage nach der Anzahl der Wohnungen, die auf dem Areal entstehen sollen, nannte Raff die Zahl von 80 bis 90 Wohneinheiten.

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