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Buh! Jasmin Halbauer und Paula Schneider Mendoza lassen sich nicht wirklich erschrecken vom weißen Percht. Was man auf dem Foto nicht sieht: Johannes Trnka, der in dem Ganzkörper-Ziegenfell-Anz ug steckt, muss ziemlich schwitzen. Es hat an diesem Tag mehr als 30 Grad.

„Wuide Hetz“ 

Nette Monster beim Mysterienspiel

Das Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck produziert heuer das Mysterienspiel. „Wuide Hetz – eine Fürstenfelder Rauhnachtsgeschichte“. Nun wurde ein Filmtrailer gedreht.

Fürstenfeldbruck – Zwei Mädchen gehen einen Waldweg entlang. Sie ratschen, kichern, essen Chips. Die leere Packung fliegt achtlos ins Gebüsch. Dass ihnen eine weiße zottelige Gestalt mit furchterregender Fratze aus dem Unterholz nachschaut, bekommen die Mädels nicht mit. Ist der Weiße Percht eine Gefahr für die beiden – oder will er sie beschützen?

Kostüm des weißen Percht ist rund 30 Kilo schwer – und sehr heiß 

„Gut gemacht“, sagt Regisseur Wolfgang Frey. Trotzdem muss die Szene noch etliche Male wiederholt werden. Gedreht werden verschiedene Einstellungen. Einmal nimmt der Kameramann im offenen Kofferraum eines Autos Platz, das langsam vor den beiden Mädels herfährt. Immer wieder wird die leere rote Pringles-Dose aus den Büschen gefischt, immer wieder bekommen die beiden Darstellerinnen Jasmin Halbauer und Paula Schneider Mendoza (beide 10) Chips-Nachschub eingefüllt. Dabei mag Jasmin gar keine Chips. Anmerken lässt sie sich das nicht. Als Hauptdarstellerin darf man nicht zimperlich sein.

Auch Johannes Trnka vom Verein Amperperchten muss einiges aushalten heute. An einem der heißesten Tage des Sommers steckt er in einem Ganzkörper-Ziegenfell-Anzug, in dem er schon im Winter nach 20 Minuten durchgeschwitzt ist. Um die Taille trägt er einen Ledergurt, von dem schwere Kuhglocken baumeln. Insgesamt schleppt der 35-Jährige in seiner Rolle als Weißer Percht 30 Kilo Kostüm mit sich herum.

Protagonistin Emi trifft in einem Tagtraum auf allerlei Sagenfiguren

„Der weiße Percht ist der Einzige, der aus der Anders-Welt in unsere Welt herüberkommt und die Menschen beobachtet“, erklärt Regisseur Wolfgang Frey, der auch das Buch zur „Wuiden Hetz“ geschrieben hat.

Erzählt wird die Geschichte des Mädchens Emi, das – überfordert von Schule, Medienflut und Hobbys – erschöpft in einen mystischen Tagtraum fällt. Auf einer turbulenten Reise durch Raum und Zeit trifft Emi auf allerlei Sagenfiguren – und lernt, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Bei der Produktion arbeiten Profis und Laien Hand in Hand. Wolfgang Frey – bekannt als Kabarettist, Schauspieler („Dahoam is Dahoam“) und Regisseur – kommt ebenso aus dem Profi-Lager wie Komponist Christian Ludwig Mayer.

Perchten sind beim Fürstenfeldbrucker Mysterienspiel keine bösen Geister

Auf der Bühne wird unter anderem eine gelernte Clownin stehen. Es singen und spielen die Brucker Stadtkapelle, Sänger des Philharmonischen Chors, der Kinderchor der Heinrich-Scherrer-Musikschule und die Gruppe Auwald Consort. Ebenfalls mit von der Partie sind der Trachtenverein Almfrieden und die Amperperchten.

„Wir wollen die Perchten nicht als böse Geister darstellen“, betont Wolfgang Frey. Besonders deutlich wird das in der nächsten Szene. Dafür zieht das Filmteam um an das Gelände des E-Werks am Landsberieder Steig. Hier versucht Jasmin, über den hohen Zaun zu klettern, während ihre Freundin sie dabei filmt. Wieder ist der Percht unbemerkt in der Nähe. Er hebt schützend die Hand – und verhindert dadurch, dass Jasmins lebensgefährliche Kletteraktion gelingt.

von Ulrike Osman

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