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Die Künstler Shirley Cho, Sang Yang Lee und Jonas Ried. Sie stellen ihre Werke ab sofort im Haus 10 auf dem Klostergelände aus.

Austellung im Haus 10

Von der zarten Porzellan-Kunst zum gebackenen Holz

Fürstenfeldbruck – Drei Künstler haben die neue Ausstellung im Haus 10 gestaltet. Unter dem Titel „Leibhaftig“ spielen Shirley Cho, Sang Yang Lee und Jonas Ried mit dem Alltäglichen.

Kottgeisering, Australien, Korea – so unterschiedlich wie die Herkunft der Künstler, sind auch ihre Werke. Für einen Blickfang sorgt Sang Yang Lees von innen erleuchtetes Spiegelmosaik mit den kleinen Lücken, die den Betrachter quasi durch sich selbst hindurchschauen lassen. Kaum zu glauben, dass der Koreaner das Werk in wenigen Wochen fertiggestellt hat, doch das entspricht seinem Arbeitstempo. „Ich mache nichts, was länger dauert als einen Monat“, sagt der 43-Jährige. Das gilt auch für seine Bildnisse bekannter Künstler, die er als Pixel-Raster auf Spiegeln verewigt hat.

Shirley Cho liebt das Zarte, Filigrane. Ihre Kletterwand-Installation aus fein geschliffenen Porzellangriffen findet in einem Seitenraum einen intimen Rahmen. Der Blick auf die Griffe weckt den Wunsch, sie zu berühren – „so wie man als Kind alles anfassen will“, sagt die Australierin. Kindheiterinnerungen sind oft der Auslöser für die Werke der 36-Jährigen. Oder Alltagsgegenstände, wie der Schrubbergriff und der Handfeger, auf dessen Borsten ein Ei liegt. Cho ist fasziniert von dem Gedanken, dass Haushaltsgegenstände ein Eigenleben entwickeln.

Bodenständig geht es bei Jonas Ried zu, der die beiden anderen an der Kunstakademie in Stuttgart kennengelernt hat. Der 26-Jährige hat eine Fertigpizza in Eichenholz kopiert und nach Verpackungsanleitung zubereitet. Resultat: Das Holz wellt sich im Ofen. An der Wand hängen Rieds gewaltige Holztrichter, die man für Lautsprecher halten könnte. Über die Form will der Kottgeiseringer die Schwingung sichtbar machen, die im „stillen Objekt“ Baum steckt. Das Leibhaftige der Werke passt für ihn in die Zeit und zum Ausstellungsort – als Gegengewicht zur vergeistigten Seite des ehemaligen Klosters.

Die Künstlerstellen noch bis 29. Mai aus. Das Haus 10 ist freitags von 16 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. (os)

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