Auch die Münchner Wiesn wurde umzäunt.

In Fürstenfeldbruck

Zaun soll Brucks Volksfest sicherer machen

Fürstenfeldbruck – Die Polizei fordert es schon länger, heuer wird es umgesetzt: Das Brucker Volksfest-Areal wird erstmals vollständig umzäunt. Für Besucher gibt es vier Ein- beziehungsweise Ausgänge.

UPDATE: Nach Aussagen der Stadt vom Dienstag lässt sich dieser Bericht nicht mehr aufrechterhalten. Demnach gibt es anders als zunächst berichtet keinen durchgängigen Zaun. 

Hintergrund ist die Sorge vor Terroranschlägen, die gerade nach dem Attentat von Paris in dieser Woche neue Nahrung bekam. Mit dem Zaun am Volksfest, das am 28. April beginnt, will man aber auch Wildbieslern Einhalt gebieten, wegen derer es zuletzt Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben hatte, wie Roland Klehr, Chef der Stadtverwaltung, auf Anfrage sagte. Vorteil des Zauns laut Polizei außerdem: Es wird schwerer, Getränke aufs Fest zu schmuggeln.

Vereinfacht gesagt soll der Zaun die Besucher kanalisieren und verhindern, dass jeder auf praktisch jedem Wege aufs Festgelände kommt. Außerdem hätten sich zuletzt Besucher immer wieder an den Lkw des Wirts herumgetrieben, was auch nicht so gern gesehen wurde.

An den vier Eingängen – zwei liegen an der July-Mayr-Straße, einer am Parkplatz zur Unfaltstraße und ein kleiner an der Marthabräustraße – soll es Sichtkontrollen geben. Das heißt: Mitarbeiter des von der Stadt engagierten Sicherheitsdienstes haben ein Auge auf alle, die rein- oder rausgehen. Dabei wird nicht jeder automatisch kontrolliert. „Die große Masse der Leute wird rein und rausgehen können wie eh und je“, sagt Michael Fischer von der Brucker Polizei, die der Stadt dieses Sicherheitskonzept vorgeschlagen hat. Der Zaun bewirke auch, dass man mögliche Randalierer oder Schläger einfacher schnappen kann. Fischer spricht von einem gelungenen Mittelweg zwischen totaler Abschottung und Freiheit. Weniger für die Sicherheit zu unternehmen, sei angesichts der Lage nicht mehr zu verantworten. Er ist überzeugt: Das Gefühl der Sicherheit ist wichtig für Festbesucher. Sonst kämen sie womöglich einfach nicht mehr.

Wie Roland Klehr sagte, habe die Stadt bisher die Umzäunung immer abgelehnt. Heuer sei man den Vorschlägen der Polizei aber gefolgt. Man wolle die allgemeine Verunsicherung nicht befeuern. „Andererseits wollen wir etwas tun und das auch zeigen.“

Noch Klärungsbedarf gibt es im Vorfeld des Marktsonntags am 30. April. Der Polizei wäre es am liebsten, wenn die Stadt an den Zugängen zum Marktplatz Lastwagen querstellen würde, um zu verhindern, dass jemand wie in Berlin mit einem Lkw in die Menschenmenge rast.

Das sei auch geplant gewesen, sagt Roland Klehr. Allerdings sei das nicht so einfach. Denn es müsste immer ein Mann am Lkw sein, der ständig bereit sei, ihn wegzufahren, etwa für den Fall, dass ein Sanka durch muss. Das werde schnell zu einem Kostenfaktor, den man der Bevölkerung wohl nur schwer begreiflich machen könne. Die Stadt will nun schwere Blumenkübel aufstellen.

Die Polizei unterdessen kündigt weitere Gespräche an – unter anderem auch über die Einrichtung eines Funkkanals für den Notfall, wie es beispielsweise am Faschingsumzug in Mammendorf praktiziert wurde. Fischer berichtet, dass die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen auf breite Zustimmung in der Bevölkerung gestoßen seien. (st)

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