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Mit Oldtimer und im passenden Outfit kamen Gloria Heep (l.) und Tanja Gandlgruber zum Picknick in Fürstenfeld.

Klostergelände wird Picknick-Wiese

Zeitreise im Petticoat mit Picknick-Korb

Aretha Franklin und Elvis Presley, dazu Petticoat-Kleider und karierte Sakkos: Das diesjährige Picknick am Fürstenfelder Kloster stand ganz im Zeichen der Swinging Sixties und lud ein, bei Soul, Boogie und Rock’n’Roll die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen.

Bereits von Weitem konnte man den Hit der Everly Brothers hören. Der Wind trug den Evergreen „All I have to do is dream“ bis weit über die Klostermauern und ließ schon vermuten, dass das diesjährige Picknick wieder ein traumhaft schönes Event werden würde. Das Veranstaltungsforum lud am Samstag abermals dazu ein, sich in gemütlicher Runde im historischen Ambiente des Klosters auf Decken zu setzen, gemeinsam zu essen, zu trinken, zu tanzen und einfach auf Zeitreise zu gehen.

Unter den mehreren hundert Menschen, die sich auf den Grünflächen eingefunden haben, sind auch die Bruckerinnen Manuela und Jolene Lanner. Die beiden sind im Partnerlook erschienen und tragen Petticoats. Den Look hat sich Tochter Jolene von ihrer Mutter abgeschaut. Sie erzählt, diese wunderschönen Kleider würden ihr besonders gefallen. Mutter Manuela ist mit der Musik der 60er Jahre aufgewachsen und hofft, an diesem Nachmittag auch den ein oder anderen deutschen Schlager zu hören.

Ausflug in die 60er Jahre: Im Pünktchenkleid genießen Bärbel Kosakewitz (li.) und Maria Schwinghammer das Picknick. 

Genauso wie diese beiden, ließen es sich viele weitere Besucher nicht nehmen, in einem stilechten Outfit der 60er zu erscheinen. So sah man bei den Herren den ein oder anderen im sportlichen Sakko oder in karierter Weste mit Schlips oder Fliege. Und das alles natürlich in den schrillsten Farben. Bei den Damen dominierten gepunktete oder knallbunte, geblümte Kleider, die mit dem damaligen Gesellschaftszwang brachen und den Drang nach Emanzipation und Selbstbestimmung ausdrückten.

Aber natürlich durften auch Erscheinungen nicht fehlen, die der Hippiebewegung Tribut zollten. Der Brucker Marco Haucke hat sich stilsicher ein Woodstock-Outfit angelegt. Natürlich mit allem Drum und Dran, wie einem Tuch um die Stirn, einer Sonnenbrille mit runden Gläsern und langem Haar. „Des gfoit ma einfach“, erzählt er.

Er und seine Freunde haben sich im Schatten mehrerer Bäume ausgebreitet und lassen die Korken knallen. Nach dem Essen soll es auf die Tanzfläche gehen: „Aber nur, wenn Rock’n’Roll spielt“, erzählt die als Rockabilly gekleidete Laura Jedraszek. „Boogie tanzen kann ich nicht“, meint die Gröbenzellerin lachend.

Im Schatten auf der Wiese vor dem Kloster ließen es sich mehrere hundert Besucher gut gehen.

Eine andere Besucherin erzählt, sie fühle sich wie in der Zeit zurückversetzt: „In den 60ern war ich eine junge Frau. Damals bin ich auch mit meinem Traummann zusammengekommen“, schwärmt sie in Richtung ihres Gatten. Allgemein wird an diesem Tag nicht mit Komplimenten gespart: Student Manuel Schmid hofft, den Roy-Orbison-Klassiker „Pretty Woman“ noch zu hören. „Es klingt kitschig, aber dieser Song beschreibt meine Freundin einfach am besten“, sagt der Münchner grinsend.

Auch wenn der Wetterbericht mehrfach Schauer ansagte, so hat sich doch kaum jemand ins Bockshorn jagen lassen und sich stattdessen seinen Picknickkorb bereitet, um auf der Wiese vor dem Kloster einige schöne Stunden zu verbringen. „Und regnet es“, meint Jolene Lanner, „werden wir ja auch nur nass. Schließlich sind wir nicht aus Zuckerwatte.“

Und für das kommende Jahr ist bereits das nächste Fürstenfeld-Picknick angekündigt: Es wird dann auf Zeitreise in die 1970er Jahre gehen.

von Matthias Kast

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