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Null Müll: Lebensstil zum Beruf gemacht

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Von: Lisa Fischer

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Aline Pronnet ist „Zero Waste“ Coach. Sie hält Vorträge, berät und hat einen Blog im Internet.
Aline Pronnet ist „Zero Waste“ Coach. Sie hält Vorträge, berät und hat einen Blog im Internet. © mm

Aus dem Begriff „Zero Waste“ (zu deutsch: Null Müll) ist eine ganze Bewegung entstanden. Ziel ist es, mit so wenig Müll wie möglich im Alltag auszukommen.

Fürstenfeldbruck – Auch die Fürstenfeldbruckerin Aline Pronnet hat sich dazu entschieden – nach einer prägenden Erfahrung auf dem Wertstoffhof. Seit August hat sie ihren Lebensstil zum Beruf gemacht: Als Zero-Waste-Coach hält die 30-Jährige Vorträge und gibt Tipps.

„Ich helfe Menschen dabei, Müll zu vermeiden“, sagt Aline Pronnet. Zu ihren Kunden gehören Festival-Betreiber ebenso wie junge Mütter. Letztere überlegen oft, ob sie auf wiederverwendbare Stoffwindeln umstellen möchten. „Je nach Bedarf sind das Einzeltermine oder ich begleite beispielsweise Unternehmen über einen längeren Zeitraum während der Umstellung“, sagt die 30-Jährige.

In Schulen habe sich die Reaktion auf ihre Arbeit über die Zeit deutlich zum Positiven gewandelt. „Das liegt vor allem an der Fridays For Future Bewegung“, sagt Aline Pronnet. „Die Jugendlichen merken, dass es sie betrifft und sie die Erwachsenen wachrütteln müssen.“

Der AWB rät dazu, Geschenkpapier zu vermeiden.
Der AWB rät dazu, Geschenkpapier zu vermeiden. © mm

Bei Aline Pronnet selbst war es auch ein längerer Umstellungsprozess, der vor rund zehn Jahren begann. „Als Studentin habe ich mich geärgert, samstags auf dem Wertstoffhof am Kunststoff-Container anzustehen“, sagt die Kunsthistorikerin. Die einzige Lösung: Weniger Müll verursachen. „Wenn ich einen Cocktail bestellt habe, habe ich zum Beispiel gesagt: Bitte ohne Strohhalm“, erzählt Aline Pronnet. Ihre Freunde hätten zunächst verdutzt reagiert, aber dann sofort gesagt: „Für mich auch.“ 2015 eröffnete sie ihren Online-Blog, auf dem sie Tipps und Rezepte teilte. „Damals hatte ich nie daran gedacht, dass ich das einmal zum Beruf machen werde.“

Um privat Abfall zu vermeiden, geht die Bruckerin in Unverpackt-Läden einkaufen und versucht eigene Behälter mitzunehmen – etwa den eigenen Kaffee-Becher. „Ich vermeide auch Reisen mit dem Flugzeug und fahre hauptsächlich Bahn“, sagt Aline Pronnet. Das Gefühl, dass sie etwas verpasst, habe sie nicht. Und nicht immer muss eine durchgehende Strenge herrschen: „Wenn doch einmal etwas Verpacktes dabei ist, dann ist das so und ich feiere die Packung Chips.“ LISA FISCHER

Die Aktion

Zur Woche der Abfallvermeidung stellen Tagblatt und Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB) Organisationen und Personen vor, die sich für mehr Nachhaltigkeit und weniger Müll einsetzen. Und es gibt Tipps zur Müllvermeidung.

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