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Nur bei ihren Wellensittichen findet Maria S. Trost. 

Hilfsaktion der Heimatzeitung

Zeugenschutz rettet Frau Leben – aber ruiniert ihre Gesundheit

Auf der Flucht vor ihrem brutalen Ehemann musste Maria S. ihre Heimat verlassen und eine neue Identität annehmen. Im Kreis Fürstenfeldbruck hat sie eine neue Bleibe gefunden – doch ihre Erlebnisse haben sie körperlich und seelisch völlig ausgelaugt. 

Landkreis – Die 58-Jährige tut sich heute schwer mit anderen Menschen. Trost findet sie bei ihren Wellensittichen.

Ihre leiblichen Eltern kennt sie nicht, sie wuchs bei ihrer Oma auf. Deren Lebensgefährte missbrauchte sie. Sobald sie volljährig wurde, zog Maria S. aus. Bald darauf wurde sie von ihrem Freund schwanger. Doch ihr Sohn starb an plötzlichem Kindstod. „Mein Paul war grade mal drei Monate alt, als er tot in seinem Bettchen lag“, erzählt sie unter Tränen.

Danach lief das Leben von Maria S. völlig aus dem Ruder. Als sie schließlich Michael K. kennen lernte, hoffte sie, er könne ihr in ihrer Trauer eine Stütze sein. Doch es kam anders: „Nach wenigen Monaten, fing er an, mich einzusperren, das wenige Geld, das ich verdiente, musste ich ihm geben und er schlug mich.“ Was sie damals nicht wusste: Hubert K. war ein gesuchter Krimineller. „Als ich es herausfand, versuchte ich natürlich so bald wie möglich, die Flucht zu ergreifen.“ Und das gelang ihr auch.

Die Gefahr für das Leben von Maria S. war so groß, dass sie in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde. Sie musste alle Brücken hinter sich abbrechen – eine unglaubliche psychische Belastung für die ohnehin schwer angeschlagene Frau. Jahre lang dauerte ihre Odysee durch Deutschland, bis sie endlich in Bayern zur Ruhe kommen konnte. „Hier fühle ich mich endlich wieder ein wenig sicherer“, sagt die zierliche Frau. Doch ihre Gesundheit ist unwiederbringlich ruiniert. Maria S. leidet unter Epilepsie, Magersucht und Borderline. „Ich kann heute noch nicht im Dunkeln schlafen, traue mich ab der Dämmerung nicht aus der Wohnung.“ Seit fast 20 Jahren ist Maria S. in psychiatrischer Behandlung – und oft allein. „Einzig meinen beiden Wellensittiche kann ich bedingungslos vertrauen“, erzählt sie.

Die 58-Jährige lebt von einer kleinen Erwerbsunfähigkeitsrente und ein wenig Stütze vom Staat. „Dabei habe ich meine Arbeit als Schwesternhelferin so geliebt“, erinnert sich Maria S.. In ihrer kleinen 1,5-Zimmer-Wohnung fehlt es an vielem: Die Elektrogeräte sind alt oder kaputt, Möbel marode. Dringend bräuchte sie eine stabile Kommode, damit sie den Käfig für ihre Wellensittiche drauf stellen kann. Ihr größter Wunsch ist es aber, endlich wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können. „Ich hoffe, dass mir das hier endlich gelingt“, sagt sie mit einem zaghaften Lächeln. akk

Spendenkonten:

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So funktioniert die Kette der helfenden Hände. 

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