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Selbst während des Zweiten Weltkriegs traf sich der Brucker Zitherclub zum gemeinsamen Musizieren – wenn auch in kleinerer Runde.

Club feiert Jubiläum

Sie zupfen die Zither seit 90 Jahren

Die Schweizer waren wohl die Ersten, die mit der Zither musiziert haben. Das Zupfinstrument ist aber nicht nur in alpenländischen Regionen beliebt. Den Brucker Zitherclub Frohsinn gibt es seit 90 Jahren. Dieses Jubiläum feiern sie am Freitag bei einem Hoagart im Veranstaltungsforum.

Rudi Böttcher war lange Dirigent des Clubs.

Fürstenfeldbruck Das Repertoire des Brucker Zitherclubs Frohsinn wäre heute wohl nicht so einzigartig, wenn Rudi Böttcher nicht gewesen wäre. In den 1980-Jahren war er nicht nur der Dirigent des Clubs. Er komponierte auch zahlreiche Stücke, die die Musiker immer noch spielen. Heuer wird der Club 90Jahre alt.

Gegründet hat den Zitherclub Hans Fuchs.

Musiklehrer Hans Fuchs hatte ihn 1928 mit sieben ehemaligen Zither- und Gitarrenschülern gegründet. Darauf schienen die Fürstenfeldbrucker nur gewartet zu haben. Die Zahl der Mitglieder stieg schnell. In den frühen 1980er-Jahren waren es fast 100. 31 von ihnen spielten regelmäßig bei gemeinsamen Musikabenden.

Zu verdanken hat der Zitherclub Frohsinn die Hochphase vor allem Dirigent Rudi Böttcher. In den 1980ern gab der Club zahlreiche Konzerte. Mit seinem Taktstock führte Rudi Böttcher die Musiker sicher durch jeden Auftritt. Außerdem übte er Stücke mit ihnen, die er selbst komponiert hatte. „Eine Sommernacht“ (Walzer), „Der Ampertaler“ (langsamer Ländler) und „Bayern-Express“ (Marsch) spielen die Musiker noch heute bei ihren Clubabenden. Die Lieder seien „ein Geschenk“ für den Zitherclub, sagt Musikerin Manuela Zorzi. Außerdem hat Rudi Böttcher einige Musikstücke für den Zitherclub arrangiert. Das bedeutet, dass er Stücke anderer Komponisten passend für die Stimmen des Zitherchorsgemacht hat.

Heute leitet Michael Mayer die 32-köpfige Truppe, darunter sind 14 Musiker. Es kommt wenig Nachwuchs nach. Durchschnittlich sind die Clubmitglieder 67 Jahre alt. Das Jüngste ist 26 Jahre alt, das Älteste 96.

Nicht alle spielen das Zupfinstrument: Auf diesem Foto von 1949 sind auch Gitarristen und ein Akkordeonspieler zu sehen.

Bei Frohsinn zupfen die Musiker jedoch nicht nur auf der Zither. Unterstützt werden sie von Gitarristen und Hackbrettspieler. Und Frohsinn-Vorsitzende Petra Oswald (55) spielt Akkordeon. „Ich habe mein Instrument seit ich zehn Jahre alt bin. Das begleitet einen lebenslänglich“, sagt sie.

Auf dem Jexhof sind die Musiker im Herbst 2017 aufgetreten.

Einmal in der Woche, jeden Montag, proben die Musiker. Ab 20 Uhr spielen sie etwa zwei Stunden lang im Gasthaus „Auf der Lände“. Das gemeinsame Musizieren schweißt die Mitglieder zusammen. Durch den Zitherclub seien im Laufe der Jahre einige Freundschaften entstanden, sagt Petra Oswald. Wenngleich der Verein weniger Ausflüge mache. Ältere Mitglieder könnten weitere Strecken nicht zurücklegen, sagt Petra Oswald. Deshalb organisiert sie nur kleine Fahrten. „Wir machen Ausflüge im Landkreis oder fahren nach München auf den Viktualienmarkt. Ganz entspannt“, sagt sie.

Musikalisch aktiv ist der Club vor allem in der Weihnachtszeit. Dann spielen sie auf Märkten und Feiern. Außerdem organisiert der Zitherclub seit 2003 einen Hoagart im Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Und mit einem solchen feiern sie heute auch ihr 90-jähriges Bestehen.

Der Jubiläums-Hoagart des Zitherclubs Fürstenfeldbruck

Mit einem zünftigen Hoagart feiert der Zitherclub Frohsinn sein 90-jähriges Bestehen. Los geht’s am Freitag, 23. März, um 19.30 Uhr im Kleinen Saal des Veranstaltungsforums, Fürstenfeld 12. Dann spielt nicht nur der Club auf, sondern auch der Roggensteiner Bänkelgsang, Porvisorium, Ziachsait‘n 3er, der Udldinger-Dreigesang sowie Zithersolist Uwe Schmid. Moderator Eugen Sollinger führt die Besucher durch den Abend. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

von Christoph Riegel

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