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Zu viele verbissene Bäume: Jäger sollen mehr Rehe schießen

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Beispielfoto © Obzession - Fotolia

Vor allem im östlichen Landkreis werden noch immer zu viele junge Bäume durch Wildverbiss geschädigt. Deshalb sollen Jäger dort in einigen Revieren mehr Rehe schießen.

Fürstenfeldbruck –  Das ist das Ergebnis eines Gutachtens zur Waldverjüngung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck (AELF).

Die Förster haben knapp 10 000 Bäumchen auf Verbiss durch Rehe untersucht. Die Ergebnisse zeigten beachtliche Erfolge bei der Hauptbaumart Fichte. Die für stabile Mischwälder der Zukunft so wichtigen Laubbäume seien jedoch noch immer gefährdet: Sie seien zu neun bis 26 Prozent verbissen.

Besonders betroffen seien Eichen und Edellaubbäume wie Ahorn, Linde, Esche und Kirsche, teilt das AELF mit. „Wir essen auch lieber Salat als Kaktus“, sagt Amtsleiter Günter Biermayer. Was er damit meint: Laubbäume mit ihren weichen Blättern stehen ganz oben auf dem Speiseplan der Tiere. Sie seien bekömmlicher und nahrhafter als Fichtennadeln. Deshalb liege der Verbiss bei letzteren auf dem akzeptablen Niveau von zwei bis fünf Prozent.

Der Landkreis besteht aus vier so genannten Hegegemeinschaften, in denen es wiederum verschiedene Jagdreviere gibt. Betroffen vom zu hohen Verbiss sind hauptsächlich die Hegegemeinschaften Nordost und Südost.

Die Situation sei auch insofern bedauerlich, als gerade die Edellaubbäume für Freiflächen eine interessante Alternative zur Fichte darstellen würden. Aufgrund der Ausgangslage im Landkreis mit verbreitet empfindlichen Böden und einem extrem hohen Anteil an durch Borkenkäfer, Sturm und Schnee gefährdeten Fichtenreinbeständen sei ein Umbau in Mischwälder mit mehr Laubbäumen unverzichtbar. Der sich deutlich abzeichnende Klimawandel zwinge dabei zu beschleunigtem Vorgehen.

Auch die bisher nur selten anzutreffenden – den Rehen aber gut schmeckenden – stabilen, weil tief wurzelnden Tannen und Eichen müssten wieder verstärkt angepflanzt werden. Das Einbringen aller Mischbaumarten gelinge leider in drei der vier Hegegemeinschaften bei einem andauernd hohen Anteil der Verjüngungsflächen nur hinter Zaun.   TOBIAS GEHRE

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