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Hilfsorganisationen fordern Abschaffung von Ankerzentren
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In Bruck leben viele Flüchtlinge.

Fürstenfeldbruck

Zu wenig Lohn: Stadt verzichtet auf Beschäftigung von Flüchtlingen

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Sie arbeiteten für die Stadtverwaltung oder auf dem Waldfriedhof: Geflüchtete sollten durch die Arbeit für die Stadt besser integriert werden.

Fürstenfeldbruck –  Doch die Entlohnung für die Asylbewerber macht eine zukünftige Beschäftigung fast unmöglich. Der Ausschuss für Integration, Soziales, Jugend und Sport (ISJS) hat nun einstimmig beschlossen keine Stellen mehr einzurichten.

„Dass man für 80 Cent Stundenlohn nicht die schwere Arbeit auf dem Friedhof machen will, ist mehr als verständlich“, sagte Integrationsreferent Willi Dräxler (BBV) in der jüngsten Ausschusssitzung. In den 1990er-Jahren gab es noch eine annähernd normale Entlohnung und vor allem eine Perspektive für Asylbewerber. Einige haben damals sogar eine Vollzeitstelle bei der Stadt erhalten. Heute sei eine Übernahme undenkbar, kritisierte Dräxler.

Die Schuld für die Misere sieht der Stadtrat in der Arbeitsmarktpolitik der Regierung unter Gerhard Schröder – damals wurden die Ein-Euro-Jobs eingeführt – und in dem Beschluss der ehemaligen SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles. Sie hat 2016 den Lohn für Geflüchtete auf 80 Cent beschränkt. Begründung dafür war, dass die vielen Asylbewerber ohnehin nur in ihren Aufnahmeeinrichtungen eingesetzt werden und daher kaum Aufwendungen haben.

Der Ausschuss einigte sich daher darauf, dass es derzeit bei einer Sachaufwandsentschädigung von 80 Cent nicht umsetzbar ist, Flüchtlingen und Asylbewerbern Jobs in städtischen Einrichtungen anzubieten. OB Erich Raff bedauerte den Schritt. „Wir hätten gerne weitergemacht. Es gäbe auch Bedarf in der städtischen Gärtnerei.“ 

Auch interessant: So funktioniert das Ankerzentrum in Bruck.

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