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Ein alter Knüppelweg wurde an der Amper freigelegt

Zufallsfund

Der vergessene Weg an der Amper

Zwischen Fürstenfeldbruck und Schöngeising gehen Erholungssuchende gerne spazieren. Wie sich jetzt herausstellte, war die Strecke schon frequentiert, als es die Zellhofstraße noch gar nicht gab. Naturschützer haben dort einen historischen Knüppelweg gefunden – aus purem Zufall.

Landkreis Mitglieder des Landschaftspflegeverbands (LPV) Fürstenfeldbruck waren eigentlich unterwegs, um Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich der Große Brachvogel wieder in der Gegend an der Amper ansiedelt. Dazu wurde das Gelände im Spätwinter von Büschen befreit. Dabei stießen die Naturschützer auf die Überreste des vergessenen Pfades. Mit teils schwerem Gerät wurde der historische Pfad freigelegt.

Das ist der große Brachvogel 

Knüppelwege wurden früher in schwer begeh- und befahrbaren Gebieten wie Mooren und Sümpfen errichtet. Mit großen Ästen und Stämmen hat man den Untergrund erhöht. „Die Flächen rund um die Zellhofstraße standen damals viel mehr unter Wasser als heute“, berichtet die Geschäftsführerin des Verbandes, Petra Kotschi. Um sicher zu den Streuwiesen zu gelangen, hat man den etwa 180 Meter langen Weg gebaut. Aus welcher Zeit er genau stammt, kann Kotschi nicht sagen. „Knüppelwege halten sich lange, weil die Stöcke nicht verwittern“, erklärt die Geschäftsführerin.

Die so genannte Entbuschung für den Brachvogel wurde im Winterhalbjahr durchgeführt. Das ist vorgeschrieben, um die Vogelbrut nicht zu gefährden. Mit Kettensägen und großen Forstmulchern wurde der Weg freigelegt. Wer sich jetzt auf eine neue Variante des Spazierweges gefreut hat, der wird enttäuscht. Der Knüppelweg ist nicht zugänglich. „Er befindet sich in einem Naturschutzgebiet.

„Der Knüppelweg befindet sich in einem Naturschutzgebiet. Dort dürfen die normalen Wege nicht verlassen werden“ Petra Kotschi LPV

Dort dürfen die normalen Wege nicht verlasseAusschau halten nach dem Großen BrachvogelAusschau halten nach dem Großen BrachvogelAusschau halten nach dem Großen BrachvogelAusschau halten nach dem Großen Brachvogeln werden“, sagt Petra Kotschi vom LPV und bittet die Bevölkerung, sich daran zu halten. Spuren habe sie dort trotzdem schon entdeckt. Allerdings nicht von Menschen sondern von Wildschweinen.

Im Winter wurden die Büsche mit großem Gerät entfernt

Wieder entdeckt wurde auch der Große Brachvogel. Lange Zeit galt er im Ampermoos als ausgestorben. Mit der Gründung des Landschaftspflegeverbandes 1991 wurde dort die Streuwiesennutzung wieder aufgenommen. Der Große Brachvogel kehrte dann zwar wieder in seine alte Heimat zurück, seine Brutversuche blieben jedoch erfolglos.

Ab 2007 begann der Landschaftspflegeverband dann mit Gelegeschutz durch Zäune. Mit Erfolg: 2017 konnten sieben Brutpaare beobachtet werden. Im gesamten Ampermoos leben noch sechs von acht bei uns heimischen Wiesenbrüterarten. Der Große Brachvogel ist einer von ihnen.

Kindern und Erwachsenen die Umwelt näher bringen

Der Landschaftspflegeverband (LPV) Fürstenfeldbruck kümmert sich um viele Bereiche. Ein Anliegen der Organisation ist die Umweltbildung für Kinder. Hierfür ist der Projektstellenleiter Sebastian Böhm zuständig. 

Böhm geht vor allem mit Viertklässlern an verschiedene Gewässer und erklärt ihnen vor Ort, wie man an Hand von Gewässertierchen die Wasserqualität bestimmen kann. „Damit hat man einen wissenschaftlichen Ansatz und die Kinder lernen etwas in der Natur“, erklärt Böhm. Dieses Konzept will er in Zusammenarbeit mit den Schulen im Landkreis noch verstärkter angehen. 

Auf der jährlichen Mitgliederversammlung des LPV zeigt sich Projektstellenleiter Böhm außerdem erfreut über den Zulauf bei Führungen. 2017 waren 161 Teilnehmer bei 15 Führungen dabei. Für dieses Jahr haben sich bereits 300 Interessierte für 30 Führungen gemeldet. 

Allgemein befindet sich der Verband im Aufwind. 2017 wurden Umweltpflegemaßnahmen im Wert von über 200 000 Euro durchgeführt. 2013 waren es 103 393 und vor zwei Jahren 179 537 Euro. 

Entstanden ist dieses Wachstum durch die Hinzunahme von weiteren 28 Hektar Flächen, um die sich der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck nun auch kümmert. Das Gebiet besteht aus insgesamt 176 Hektar.

Christoph Riegel

In Kottgeisering suchte vor einigen Monaten auch schon nach dem Großen Brachvogel

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