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Blühwiese oder Parkplatz? Zukunft der Ochsenwiese vorm Kloster bleibt offen

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Von: Thomas Benedikt

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Gegenstand eines Zielkonflikts? Die Ochsenwiese steht oft voll in Blüte, muss aber zeitweise als Parkplatz herhalten.
Gegenstand eines Zielkonflikts? Die Ochsenwiese steht oft voll in Blüte, muss aber zeitweise als Parkplatz herhalten. © mm

Welchen ökologischen Wert hat die Ochsenwiese in Fürstenfeldbruck? Und wie sehr belastet es die Grünfläche, dass sie bis zu drei Mal im Jahr als Parkplatz herhalten muss? Diese Fragen diskutierte der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Tiefbau.

Fürstenfeldbruck – Zu einem Ergebnis kamen die Stadträte allerdings nicht. Das Thema wurde vertagt – auch weil eine wichtige Stellungnahme der Stadt fehlte.

Anlass der Diskussion war ein Antrag der ÖDP, die Wiese zwischen Bahnhof und Kloster zukünftig als Blühwiese zu nutzen. Leidtragender wäre in dem Fall das Veranstaltungsforum. Bei seinen drei größten Events – die Animuc, die Gartentage und das Oldtimer-Treffen – nutzen die Organisatoren die Ochsenwiese als zusätzliche Parkfläche. Zum Schaden der Grünfläche, wie ÖDP-Stadträtin Alexa Zierl als Anwohnerin beobachtet haben will.

Die Artenvielfalt

Dem widersprach Norbert Leinweber, Leiter des Veranstaltungsforums, sowohl in seiner Stellungnahme zum Antrag wie auch in der Sitzung selbst. 2006 habe sich das Veranstaltungsforum dafür eingesetzt, dass die Wiese verpachtet und seither biologisch bewirtschaftet wird. „Erfahrungsgemäß erholt sich die Fläche schnell von der Parkplatznutzung.“ Und: „Die Artenvielfalt der Ochsenwiese hat sich durch die 15-jährige biologische Bewirtschaftung deutlich erhöht.“

Parkplatz unschädlich?

Diese Argumentation wollte Karin Geisler (Grüne) nicht gelten lassen. Man müsse vielmehr schauen, in welchem Zustand die Wiese wäre, wenn sie zwar biologisch bewirtschaftet, dabei aber nicht dreimal im Jahr vollgeparkt würde. „Es kann mir niemand erzählen, dass eine Wiese nicht darunter leidet, wenn sie als Parkplatz genutzt wird.“ Sie sah die Diskussion als symptomatisch dafür, wie die Themen Klima- und Umweltschutz allgemein angegangen würden. Grundsätzlich sei jeder dafür. Aber sobald es konkret werde und ein Umdenken erforderlich sei, seien die guten Vorsätze dahin, so Geisler.

Ihre Schelte war vor allem in Richtung Martin Kellerer (CSU) gerichtet. Der hatte darauf verwiesen, dass die Veranstaltungs-Branche besonders stark von der Corona-Pandemie gebeutelt worden sei. Jetzt auch noch Parkplätze für die größten Events wegnehmen, gehe einfach nicht. „Für mich stehen die wirtschaftlichen Interessen des Veranstaltungsforums im Vordergrund.“

Ist der Mensch faul?

Irene Weinberg (BBV) sprach sich ebenfalls für die Weiternutzung als Parkplatz aus, machte sich aber auch dafür stark, an anderer Stelle Blühflächen zu schaffen. Weiter entfernte Parkflächen hält sie für unpraktikabel: „Der Mensch ist faul, der geht das zusätzliche Stück nicht.“ Die gute Parkplatzsituation trage zu dem hervorragenden überregionalen Ruf der Großveranstaltungen bei.

„Letztlich haben wir einen klassischen Zielkonflikt“, fasste Christian Götz (BBV) zusammen. Zwar halte er auch einige der Alternativvorschläge von ÖDP und Grünen für utopisch und weltfremd, doch eine fundierte Entscheidung könne der Ausschuss nicht treffen. Dazu fehle eine Stellungnahme der städtischen Landschaftsplanerin. Warum die nicht vorlag – lediglich die Straßenverkehrsbehörde und das Veranstaltungsforum haben Stellungnahmen abgegeben –blieb unklar. Götz plädierte deshalb wie auch Thomas Brückner (Grüne) dafür, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Dem Vorschlag folgte der Ausschuss einstimmig.

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