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Junge Menschen sollen sich im Wählen üben. Dieses Projekt des Kreisjugendring wird vom Stadtjugendrat unterstützt.

Stadtjugendrat

Zur Probe: Junge Brucker sollen im Herbst wählen

Was ist das überhaupt, Politik, und wie kann diese auf kommunaler Ebene aussehen? Um Jugendlichen dieses Themenfeld näherzubringen, will der Stadtjugendrat bei zwei Aktionen gemeinsam mit dem Kreisjugendring kooperieren.

Fürstenfeldbruck – Wer zum Wählen gehen darf, der muss 18 Jahre alt und damit volljährig sein. Doch selbst wenn sie dieses Alter erreicht haben, bleiben viele junge Erwachsene am Wahltag zuhause. Da könnte es doch vielleicht helfen, wenn man schon als unter 18-Jähriger einmal probeweise sein Kreuzchen machen darf. Genau diesen Gedanken verfolgt zum Beispiel der Kreisjugendring (KJR). Im Herbst will die Organisation deswegen landkreisweit eine U 18-Wahl durchführen.

In der Woche vor der Bundestagswahl sollen junge Brucker wählen

Helfen sollen dabei die örtlichen Jugendvertreter, in Fürstenfeldbruck ist das der Stadtjugendrat. Eine gute Idee fanden auch dessen Mitglieder in seiner jüngsten Sitzung. Im September, in der Woche vor der Bundestagswahl, will der KJR mit einem Bus alle weiterführenden Schulen besuchen, erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin Isabella Gürtler den Stadtjugendräten. Dort können die Jugendlichen unter 18 dann sozusagen hypothetisch wählen, der KJR wertet die Ergebnisse auch aus.

Da kommt eine Idee, die der Stadtjugendrat sowieso in petto hatte, gerade recht: Eine Podiumsdiskussion mit den Jugend-Vertretern aller Parteien. Am besten wäre eine enge zeitliche Verknüpfung dieser mit der U18-Wahl, darauf einigte man sich in der Debatte. Die Podiumsdiskussion soll deswegen in der Woche vor der Jugend-Wahl stattfinden.

Beim „Planspiel Kommunalpolitik“ politische Prozesse verstehen

Bei einem anderen Projekt, welches Politik ebenfalls simuliert, will man ebenso zusammenarbeiten. Ende Juli wird der KJR nämlich ein „Planspiel Kommunalpolitik“ am Viscardi-Gymnasium durchführen. Dort werden einige Tage lang die politischen Prozesse auf lokaler Ebene durchgespielt: Die Schüler bilden jeweils Gruppierungen, erarbeiten Themen und Anträge dazu und werden dann über diese beraten und abstimmen – denn als Höhepunkt des Planspiels werden die Schüler eine „Stadtratssitzung“ im Sitzungssaal des Rathauses abhalten, bei der Oberbürgermeister Erich Raff den Vorsitz führt.

Für die Jugendräte der Großen Kreisstadt war es deswegen logisch, dass sie zu den Schülern zu Besuch kommen und ihnen Input über die Arbeit des Gremiums und die Möglichkeiten der Mitgestaltung geben. Politik sei im Lehrplan der Schulen sowieso viel zu unterrepräsentiert, befand man in der Diskussion. Auch „echte“ Stadträte werden dabei im Viscardi vorbeischauen und versuchen, das Interesse der Schüler für Kommunalpolitik zu wecken.

Teilweise dürfte das schon auf dem diesjährigen HaLT-Festival in Fürstenfeldbruck gelungen sein. Auf dem alkoholfreien Festival war der Stadtjugendrat mit einem „Glücksrad“ vertreten. Beim Drehen landete man auf einem Feld mit einer politischen Frage. Das sei gut gelaufen, wurde in der Nachbesprechung geäußert, mit einigen Jugendlichen hätten sich gute Diskussionen ergeben. Deswegen will der Stadtjugendrat auch im nächsten Jahr sicher wieder auf dem HaLt-Festival vertreten sein.

von Fabian Dilger

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