Die Orchideen und Kakteen im Wintergarten pflegen Astrid und Bodo Olbrich genauso liebevoll wie die Blumen im Freien sowie die Obstbäume in ihrem Schrebergarten. 

Vereinsrente

Zwei Blumenfreunde sagen Servus

Astrid und Bodo Olbrich haben die Blumen- und Gartenfreunde über drei Jahrzehnte mitgeprägt. Nun haben sie sich aus dem Vorstand zurückgezogen. Doch ihre Liebe zum Garteln ist ungebrochen. Und dafür haben sie nun noch mehr Zeit.

Fürstenfeldbruck – Wenn man durch das Gartentor geht, grüßt eine wahre Blütenpracht. Im Wintergarten zieren zahlreiche Orchideen, Kakteen und Aloe Vera die Regale. Egal, wo man bei Astrid und Bodo Olbrich hinschaut, man spürt die Liebe zu den Pflanzen.

Die Olbrichs waren 30 Jahre im Vorstand der Blumen- und Gartenfreunde, sie als Schriftführerin, er als Vorsitzender. Nun haben sie ihre Ämter abgegeben und genießen den Unruhestand. Erstmals waren sie als ganz „normale Mitglieder“ bei einer Versammlung ihres Vereins. Ganz normale Mitglieder sind sie natürlich nicht: Bodo Olbrich ist Ehrenvorsitzender, seine Gattin Ehrenmitglied. „Das war schon anders, nun das Geschehen aus der zweiten Reihe beobachten zu können“, sagt Astrid Olbrich, die den Blumenfreunden seit 32 Jahren die Treue hält.

Wie sie zum Verein gekommen ist, ist schnell erzählt. Ihr Arbeitgeber, die Sparkasse Fürstenfeldbruck, schätze es, wenn ihre Mitarbeiter sich ehrenamtlich engagieren. Also entschied sich Astrid Olbrich kurzerhand, Schriftführerin bei den Blumenfreunden zu werden. Auch ihr Ehemann Bodo Olbrich stieß bald darauf dazu. Mit 44 hat der heute 74-Jährige den Vorsitz übernommen. Lachend gibt er zu: „Meine Frau hat mich dazu überredet.“

Viel haben sie in dieser Zeit erlebt, zahlreiche Ausflüge, Vorträge, Pflanzentauschbörsen und Baumschneidekurse organisiert. Allein zur Hundertjahrfeier sind über 220 Gäste gekommen. Stolze 30 Ordner mit Mitgliederlisten und Veranstaltungsdokumenten sind so zusammen gekommen. Die haben die Olbrichs inzwischen aber an den Vorstand und den neuen Vorsitzenden, Ulrich Würstle, abgegeben.

Besonders die Ausflüge sind den beiden im Gedächtnis geblieben. Insgesamt hat Astrid Olbrich davon mehr als 60 organisiert. „Wenn man mit über 50 Leuten unterwegs ist, hat man auch im Vorfeld schon ganz schön was zu tun“, erinnert sie sich. Doch es hat dem Ehepaar viel Freude bereitet. Einmal, da habe sich ein Mitreisender, der damals schon weit über 80 Jahre alt und nicht mehr so gut auf den Beinen war, bei Astrid Olbrich eingehakt und gesagt: „Mit euch komme ich immer gut nach Hause.“ Eine andere Dame ließ bei Ausflügen immer ihre Handtasche stehen. Als Astrid und Bodo Olbrich sie ihr brachten, bedankte sie sich mit den Worten: „Auf euch kann man sich einfach verlassen.“

Ihre große Vereinsfamilie hat die Olbrichs nie im Stich gelassen: Als Astrid Olbrich nach einem Unfall ans Bett gebunden war, wechselten sich die Blumenfreunde mit der Betreuung ab, wenn Bodo Olbrich beim Einkaufen war. Durch den Verein sind langjährige Freundschaften entstanden. „Gartler sind halt an und für sich sehr friedliebende Menschen“, erklärt Bodo Olbrich. „Das ist nicht so wie im Sportverein, wo doch immer ein bisschen der Konkurrenzgedanke mitschwingt.“

Früher haben die Olbrichs ihren Urlaub und ihre Freizeitplanung immer nach dem Vereinsleben gerichtet. Als pflichtbewusste Vorstandsmitglieder haben sie das aber gerne getan. Heute genießen es die beiden Rentner sehr, dass sie verreisen können, wann sie wollen. Und langweilig wird ihnen ohnehin nicht: Nicht nur Haus und Garten in Bruck halten sie auf Trab. Ihr zweiter Garten in Unterbachern (Kreis Dachau) hat mehrere Obstbäume. Und wenn Zwetschgen, Kirschen, Äpfel, Nüsse und Beeren wieder reif sind, freuen sich Olbrichs immer über ein paar helfende Hände. (Katja Brenner)

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