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Junge Stars in Fürstenfeld

Zwei große Karrieren mit Geige und Horn

Bühne frei für Geige und Horn: Ein häufiges und ein eher seltenes Solo-Instrument stehen am Samstag im Mittelpunkt des jährlichen Konzerts der Reihe „Junge Stars in Fürstenfeld“. Und mit ihnen zwei Nachwuchskünstler aus Fürstenfeldbruck und Emmering.

FürstenfeldbruckDie Neue Philharmonie München unter der Leitung von Fuad Ibrahimov begleitet die jungen Solisten Tassilo Probst und Finn Bohn. Beide zählen zweifellos zu den aktuell begabtesten Nachwuchsmusikern der Region.

Seiner künstlerischen Biographie nach zu urteilen, könnte der 16-jährige Tassilo Probst gut und gerne doppelt so alt sein. Seine bisherige Laufbahn ist gespickt mit nationalen und internationalen Wettbewerbserfolgen – mit ersten Preisen, Sonderpreisen, Höchstpunktzahlen und Stipendien. Mit sechs Jahren spielte der Emmeringer bei einer Papst-Audienz auf dem Petersplatz in Rom. Mit zwölf wurde er als Jungstudent an die Münchner Musikhochschule aufgenommen, mit 14 debütierte er als Solist, begleitet von der Philharmonie Bad Reichenhall.

Hat er vor dem Auftritt vor heimischem Publikum in Bruck trotzdem noch Lampenfieber? „Ich bin grundsätzlich überhaupt nicht aufgeregt“, sagt der Gymnasiast und klingt dabei tiefenentspannt. „Das Spielen macht mir so einen Riesenspaß, wieso soll ich denn da aufgeregt sein?“

Die Geige gehört zu Tassilos Leben, seit er vier Jahre alt ist. Und nur sehr selten sei das tägliche Üben je eine Quälerei gewesen – aber mit insgesamt vier Stunden am Tag übe er ja auch „nicht viel“. Schließlich gibt es noch den „Nebenberuf“ Schule, den Spaß am Fußball und das neu entdeckte Interesse an Autos.

Im nächsten Jahr möchte der Zwölftklässler am Graf-Rasso-Gymnasium sein Abitur machen und danach als Vollstudent an der Musikhochschule durchstarten. Viele prophezeien dem jungen Talent heute schon eine große internationale Karriere. Am Samstag im Stadtsaal spielt Tassilo Probst eines seiner Lieblingsstücke, das Violinkonzert D-Dur von Tschaikowski.

Die andere Hälfte des Abends bestreitet der Hornist Finn Bohn, der für sein Instrument weit weniger Auswahl an Solo-Literatur hat. Entschieden hat er sich für ein Werk von Franz Strauss, dem Vater von Richard Strauss. „Ein sehr virtuoses Stück“, verspricht der 18-Jährige. Laut seiner Mutter wollte er bereits mit drei Jahren unbedingt Horn spielen, nachdem er das Instrument bei einem Freund gesehen hatte. Tatsächlich angefangen hat der Sohn zweier Profimusiker dann mit sechs. Und wie Tassilo Probst bereitet auch Finn sich bereits als Jungstudent auf seinen angestrebten Beruf als Orchestermusiker vor. Vorher will er an der Waldorfschule Gröbenzell noch sein Abi machen.

Dass er sich kein typisches Solo-Instrument ausgesucht hat, begründet der 18-Jährige mit dem „schönen runden Klang“ des Horns. „Ich finde, es ist die interessanteste Stimme im Orchester.“ Als Blechbläser tanzt der Brucker in seiner Familie aus der Reihe, denn beide Eltern und die drei Geschwister spielen Streichinstrumente.

Auch Finn Bohn hat bereits reichlich Konzerterfahrung, unter anderem mit dem Jugendorchester der Bayerischen Staatsoper, dem Odeon Jugendsinfonieorchester München und verschiedenen Projektorchestern. Dass er im Sommer auf Tournee ist, statt mit seinem Vater und den Geschwistern Radtouren nach Venedig oder Kroatien zu machen, kommt in den letzten Jahren häufiger vor. Frankreich, Serbien, Polen und China hat er bereits als Musiker bereist. Von den Ländern sieht er bei diesen Gelegenheiten übrigens wenig, denn Sightseeing vor den Auftritten ist tabu. „Ich brauche vor den Konzerten eher Ruhe, weil sie sehr, sehr anstrengend sind.“ (os)

Das Konzert

beginnt am morgigen Samstag um 20 Uhr im Stadtsaal des Veranstaltungsforums. Karten gibt es für 18 Euro im Vorverkauf, an der Abendkasse kosten sie einen Euro mehr.

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