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Veröffentlicht ihren ersten Roman: die Bruckerin Theresa Hannig. 

Das Jahr 2052

Zweifache Mutter schreibt Science-Fiction-Roman

An rund 20 Verlage hatte Theresa Hannig ihren Roman schon geschickt. 

Fürstenfeldbruck – Von allen kamen Absagen – oder gar keine Antwort. Doch Aufgeben war für die 33-jährige Bruckerin keine Option. Dazu hatte sie zu viel Arbeit in ihr Buch gesteckt. Da entdeckte sie im Internet einen Hinweis auf den Stefan-Lübbe-Preis für junge Talente. Theresa Hannig machte mit und gewann. Ihr Roman „Die Optimierer“ erscheint am Freitag.

Es ist eine Science-Fiction-Story, aber es geht nicht um Raumschiffe und Außerirdische. Die Geschichte spielt im Jahr 2052 in München und Umgebung. Ein Teil von Europa hat sich komplett von der Außenwelt abgeschottet. Es regiert das Prinzip der „Optimalwohlökonomie“, in der der Staat jedem Bürger seinen optimalen Platz zuweist, ihm aber gleichzeitig durch totale Überwachung jede Freiheit nimmt. Der Held der Geschichte ist zunächst ein glühender Verfechter des Systems, bis er in einen Abwärtsstrudel gerät, dem er nicht mehr entkommen kann. Es ist eine fesselnde Geschichte, die trotz der düsteren Vision auch viele komische Momente hat.

Die technologischen Errungenschaften, die Theresa Hannig beschreibt, gibt es zum Teil schon heute – ebenso wie die Gefahr des komplett gläsernen Bürgers. „Ich kann mir vorstellen, dass wir auf eine Art von Überwachung zusteuern“, sagt die Autorin. Sie selber will sich deshalb nicht grenzenlos vernetzen lassen. Dass manche ihrer Freunde sie auslachen, weil sie nicht auf Facebook ist und die Kamera an ihrem Smartphone abgeklebt hat, stört sie nicht.

In Kottgeisering und Bruck aufgewachsen, fing Theresa Hannig schon als Kind mit dem Schreiben an. So gesehen ist „Die Optimierer“ bereits ihr vierter Roman. Mit zehn verfasste sie ein „Weltrettungs-Epos“, als Teenager ein „postapokalyptisches Roadmovie“ und als Abiturientin eine Geschichte über einen Amoklauf an einer Schule. Schriftstellerin war immer ihr Traumberuf, doch nach dem Studium von Politik, Philosophie und Volkswirtschaftslehre arbeitete sie zunächst im IT-Bereich.

Schon als Schülerin hatte sie als Spiele- und Webdesignerin gejobbt, nach dem Studium wurde sie sofort von einem Software-Unternehmen angeworben. „Das ist kein Hexenwerk“, sagt die 33-Jährige bescheiden, denn als Überfliegerin möchte sie nicht gelten. Den Einserschnitt im Abi habe sie vor allem geschafft, „weil ich wusste, wie man das System optimieren kann“. Nämlich dadurch, zusätzliche gute Noten durch Teilnahme an der Theater-AG, Singen im Chor und Spielen im Orchester einzuheimsen. „Ich spiele Geige. Aber sehr schlecht.“

Inzwischen ist der nächste Roman schon in Arbeit. Und Theresa Hannig kurz davor, die Schriftstellerei zu ihrem Hauptberuf zu machen. Vorläufig jobbt sie noch nebenbei als Lichtdesignerin. „Ich kann alles von zu Hause aus machen, das geht ganz gut“, sagt die zweifache Mutter. Ihre Arbeitszeit beschränkt sich auf den Vormittag, wenn die Kleinen (drei und fünf Jahre alt) im Kindergarten sind. (os) 

Der Roman

„Die Optimierer“ erscheint im Verlag Bastei Lübbe und kostet zehn Euro. Am Samstag, 30. September, 18 Uhr, findet in der Neuen Bühne Bruck eine Buchvorstellung mit Lesung und Signierstunde statt. Es lesen die Autorin sowie die Schauspieler Alex und Tina Schmiedel. Der Eintritt ist frei, eine Kartenreservierung unter www.buehne-bruck.de wird allerdings empfohlen.

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