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Das Wohnkonzept: Architektin Sonja Bänsch zeigt in einem der Räume, wie die Wandverkleidung aussieht. Außerdem soll es eine durchgehende Leselampe geben, damit die Bewohner ihre Betten auch mal verschieben können und sich so heimeliger fühlen.

Eröffnung im Herbst 2016

So sieht die neue Psychiatrie von innen aus

Fürstenfeldbruck - Im Oktober 2016 soll die Psychiatrie im Haeusler-Park in Betrieb gehen. Jetzt durften die Räume im Rohbau zum ersten Mal besichtigt werden. Auf rund 5000 Quadratmetern können mehr als 80 Patienten plus Tagesgäste unterkommen

Noch stapelt sich der Kies vor dem großen Neubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, rote und weiße Bauwagen stehen auf dem Areal, das durch einen hohen Zaun abgeschirmt ist. Auch im Inneren: Nackte Betonwände, Kabel die von der Decke hängen, unverkleidete Rohre. Noch ist das Gebäude der Isar-Amper-Klinikum GmbH ein Rohbau.

Die Zimmer: In einem Raum wie diesem werden mindestens zwei Personen leben.

Nächstes Jahr sollen dort Patienten ab 18 Jahren einziehen, beispielsweise Menschen mit Selbstmordgedanken, Persönlichkeitsstörungen oder solche, die sich in einer Lebenskrise befinden. Niemand wird abgewiesen. Deshalb ist die ärztliche Station direkt am Eingang auch rund um die Uhr besetzt. Dort werden Patienten – egal ob sie alleine kommen, in Begleitung oder von der Polizei gebracht werden – aufgenommen und medizinisch eingeschätzt. Dann werden die Hilfesuchenden an die richtige Stelle im Haus oder auch an einen Therapeuten in der Nähe verwiesen. Die Ambulanz befindet sich ebenfalls direkt im Erdgeschoss.

Vier baugleiche Stationen

Im rechten und linken Flügel des zweistöckigen Gebäudes sind vier baugleiche Stationen, in denen jeweils 22 Patienten und die Therapieräume untergebracht sind. In Hochzeiten können in den Zweibettzimmern ein bis maximal zwei weitere Schlafplätze geschaffen werden. Die Räume werden in freundlichen Farben gestrichen und bekommen einen Vinylboden in Eichenholz-Optik. „Wir wollten es so wohnlich machen, wie möglich“, erklärt Architektin Sonja Bänsch. Sie hat das Haus mit entworfen. „Außerdem gibt es an der Wand einen Schutz, der wohnlich aussieht und eine durchgehende Lampe, damit die Betten auch mal verschoben werden können.“ Das Fenster lässt sich teilweise öffnen: „Damit der Eindruck des Eingesperrt-Seins nicht entsteht.“

Offene Türen

Und: „Generell können sich die Bewohner frei im Haus bewegen“, erzählt Bänsch. Die Patienten haben etwa die Möglichkeit, einen der vier Speisesäle zu besuchen. Außerdem entsteht im Untergeschoss, das durch die tiefen Höfe und großen hohen Fenster hell ist, eine Cafeteria und ein Ruheraum mit Lichterdecke. „Wir hoffen, das die Cafeteria zu einem Treffpunkt wird“, sagt Bänsch. Im Untergeschoss sind auch die Räume etwa für Ergo- und Sporttherapie. Doch nicht alle Patienten können im Haus herumlaufen. Jede Station hat eine geschlossene Abteilung. Für Menschen, die etwa suizidgefährdet sind und nicht alleine sein können, gibt es ein Überwachungszimmer, das die Pfleger durch ein Fenster im Blick haben. Außerdem – und das ist wie die Verantwortlichen betonen wichtig – gibt es dort einen Raucherbereich. Insgesamt geht die Leitung davon aus, dass man etwa 1500 Menschen pro Jahr in den Stationen aufnehmen wird, die Tagespflege nicht eingerechnet. Die befindet sich im ersten Stock. Hier werden 20 Patienten, die nicht im Haus wohnen, an unterschiedlichen Therapien teilnehmen – so profitieren sie vom großen Angebot. (Verena Usleber)

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