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Bischofsstab, Mitra, edles Gewand: Das Mosaik an der Hauptstraße zeigt den Heiligen Nikolaus. Doch statt drei goldener Kugeln hält er einen Bienenkorb im Arm.

An der Hauptstrasse

Wo hat der Nikolaus den Bienenkorb her?

Fürstenfeldbruck – Gutmütig blickt er drein, der Heilige Nikolaus an der Wand des Brameshuber. Nur leider ist das Mosaik so versteckt an der Außenwand des Hauses angebracht, dass es den wenigsten – nicht alteingesessenen – Passanten auffallen dürfte.

Zum Nikolaustag am Sonntag (oder am Samstag, je nachdem) aber soll der Nikolaus, der in diesem Fall aus vielen kleinen Einzelteilen kunstvoll zusammengesetzt wurde, zu seiner Ehre kommen.

Um ihn rankt sich nämlich ein Rätsel. Denn der abgebildete Heilige trägt nicht etwa ein Buch und drei goldene Kugeln bei sich, wie es normalerweise der Fall ist. Sondern er hält einen Bienenstock im Arm – eigentlich ein Attribut des heiligen Ambrosius. „Das hat einen einfachen Grund“, erklärt Historikerin Birgitta Klemenz. „Früher beschäftigte sich der Brameshuber mit allem, was mit Bienen zutun hat.“ Sprich: Das Wachs wurde zu Kerzen gegossen, wie auch auf dem Bild zu sehen ist. Und der Honig wurde zu Lebkuchen und Met, sprich Honigwein, weiterverarbeitet.

Doch warum trägt gerade der Nikolaus den Bienenstock? Diese Frage kann auch Klemenz nicht beantworten. Vielleicht liegt der Grund in der Familienhistorie eines ganz anderen Unternehmens.

Mosaik kommt aus München

Wie Robert Weinzierl weiß, hatte Georg Brameshuber das Mosaik – zusammen mit zwei weiteren – etwa 1953 von einem Münchner Unternehmen gekauft, das ebenfalls Kerzen herstellte und Lebkuchen machte. „Wahrscheinlich hieß einer aus dieser Familie Nikolaus“, vermutet Klemenz. Jedenfalls standen die drei Werke längere Zeit im Hof des Brameshuber. „Das nervte einige Mitarbeiter gewaltig“, sagt Weinzierl, der Experte für die Brucker Geschichte ist. „Also beschloss der Chef, die Mosaike an der Hausmauer anbringen zu lassen.“

Auch die anderen zwei Kunstwerke zeigen Szenen, die mit der Lebzelterei in Verbindung stehen. Auf einem ist etwa ein junger Mann zu sehen, der seiner Angebeteten ein Herz aus Lebkuchen schenkt. „Mein Herz sei dein“, steht darunter. Neben ihnen brennt – genau wie neben dem Nikolaus – eine bunt gemusterte Kerze. Das dritte Bild zeigt zwei Frauen, eine von ihnen hält ein Glas Met in der Hand. So muss sich der Nikolaus wenigstens nicht einsam fühlen, auch wenn die Passanten ihn nur wenig beachten. (Verena Usleber)

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