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Ständig belegt: Die Behindertenparkplätze an der Stadelberger Straße in Bruck werden zweckentfremdet, sagt Stefan Bitterauf.

Ärger über Psychiatrie-Baustelle

Autos nehmen Rollstuhlfahrer Parkplätze weg

Fürstenfeldbruck - Ein Rollstuhlfahrer ärgert sich über die Psychiatrie-Baustelle in Bruck. Nicht das entstehende neue Krankenhaus aber stört ihn. Sondern, dass die Arbeiter die Behindertenparkplätze vor seinem Haus ständig belegen.

Seit dem Beginn des Baus im Brucker Haeusler-Park leidet Stefan Bitterauf. „Dauernd stehen Baustellenfahrzeuge auf den Parkplätzen.“ Auch Autos des Bezirks Oberbayern, der die neue Klinik baut, hat er dort schon gesehen. Dabei ist der 50-jährige Rollstuhlfahrer auf die Stellflächen angewiesen. Sogar beim Richtfest hätten Autos falsch geparkt. Als er die Verantwortlichen darauf angesprochen habe, hätten sie nicht reagiert. „Ich wurde blöd angeredet. Es hieß, ich könnte die Autos ja abschleppen lassen.“

Gerade der Vorfall vom Richtfest ist auch den Verantwortlichen im Bezirk Oberbayern bekannt. Sprecherin Susanne Büllesbach berichtet, dass ihr Haus entsprechend reagiert  habe: „Wir haben extra ein zusätzliches Schild an den Bauzaun gehängt.“ Auch in den Besprechungen werde explizit auf die Behindertenparkplätze hingewiesen. „Aber wir können nichts garantieren.“

So bleibt Bitterauf nichts, als immer ein Stück von seinem Haus weg zu parken und sich auf den gerade in der kalten Jahreszeit mühevollen Zusatzweg zu machen. Denn das Schild hilft ihm wenig. „Es ist zu klein, viele sagen, sie haben es nicht gesehen.“

Eine andere Sorge, die Bitterauf umtreibt, ist die um seine Wohnung. Als Rüttelmaschinen im Einsatz waren, habe alles im Haus gewackelt, erzählt er. „Der Glastisch hat vibriert und die Gläser sind gewandert.“ Bitterauf hat einen Riss an der Wand in seiner Küche entdeckt. Er fürchtet, dass dieser durch die Arbeiten entstanden ist. Auch andere Anwohner würden über Schäden klagen.

Da widerspricht Bezirkssprecherin Büllesbach allerdings deutlich. Es gebe keinerlei weitere Beschwerden. Vor Baubeginn seien bei einigen Häusern Bestandsaufnahmen gemacht worden, um bei Schäden reagieren zu können, erklärt sie. Das Haus, in dem Bitterauf lebt, war nicht dabei, denn es liegt ein Stück weg von der Baustelle. Es liegt etwas weiter entfernt. Der Bezirk habe eine nachträgliche Begutachtung vorgeschlagen. Doch das habe dieser abgelehnt. (imu)

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