+
Noch sitzen die Stadtwerke an der Bullachstraße. Doch nun ist die Verlagerung an die Cerveteristraße beschlossene Sache.

Standortvergleich abgelehnt

OB droht mit Rücktritt als Aufsichtsratschef

Fürstenfeldbruck - Zur Verlagerung der Stadtwerke wird es kein Vergleichsgutachten geben. Der Stadtrat lehnte einen entsprechenden Antrag ab. OB Klaus Pleil (BBV) wertet das als Misstrauensvotum.

Pleil und der neue Stadtwerke-Geschäftsführer Enno Steffens wünschen eine Vergleichsstudie zwischen dem Neubau am Standort Aumühle und an der Cerveteristraße. „Die Diskussion hat sich nicht ausreichend mit den Fakten auseinander gesetzt“, sagte Pleil. „Die Wirtschaftlichkeit ist schwer zu prüfen, weil die Daten nicht griffbereit daliegen“, sagte Steffens. Ein Büro könne bis März die Fakten liefern, das Gutachten koste 13 000 Euro. Der Aufsichtsrat hatte Steffens diesen Wunsch mit knapper Mehrheit abgeschlagen. „Ein unerhörter Vorgang“, fand Klaus Quinten (BBV).

Was kann das Gutachten?

Klaus Wollenberg (FDP) unternahm einen weiteren Vorstoß. Die bisherigen Standortplanungen seien auf Zuruf geschehen. „Wir sollten keine alten Schlachten schlagen.“ BBV, Grüne und FDP machten sich für die Vergleichsstudie stark. Anhand der Zahlen könne man eine vernünftige, von allen getragene Entscheidung treffen, sagte Planungsreferent Christian Stangl (Grüne). „Wir sollten eine Befriedung herbeiführen und nicht eine zweite Deichenstegtrasse kreieren.“

Franz Neuhierl (FW) zeigte sich befremdet, dass ein neuer Geschäftsführer alte Entscheidungen in Frage stellt. „Ich habe den Eindruck, der Wahlkampf wird fortgesetzt.“ Philipp Heimerl (SPD) wollte wissen, wie man in einem Gutachten weiche Standortfaktoren wie soziokulturelle Werte darstelle. Pleil erklärte, dass der Gutachter eine Matrix entwickle, nach dem die Stadträte auf einer Punkte-skala werten könnten – wie auch bei der Architektenwahl. „Dann gibt es eine ordentliche Entscheidung von 41 Leuten.“  Auf Anregung von Stadtbaurat Martin Kornacher, dem Büro eine klare Aufgabenstellung zu geben, beantragte Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne), dass die Stadtwerke bis Januar ein konkretes Programm vorlegen, nach dem das Büro die Matrix entwickelt.

Rücktritt ist nicht so leicht

Pleil appellierte an die Stadträte mitzugehen. „Dass man dem Geschäftsführer das Vertrauen nicht schenkt, hat es noch nie gegeben.“ Unter seinem Vorgänger habe man alle Entscheidungen mitgetragen. Es gehe nicht um Misstrauen, entgegnete Heimerl. „Aber als Stadtrat habe ich die Aufgabe, das Unternehmen zu kontrollieren und kritisch zu begleiten.“ Die Abstimmung nach einer kurzen Beratung von SPD, CSU und FW endete mit 20:20. Damit ist die Studie abgelehnt. „Das ist ein klares Misstrauensvotum“, sagte Pleil am nächsten Tag. „Ohne das Vertrauen kann ich den Aufsichtsratsvorsitz nicht weiter machen.“ Einen Rücktritt als OB schloss er aus.

So einfach kann Pleil den Vorsitz nicht niederlegen: Denn die Stadt hat im Gesellschaftervertrag festgelegt, dass der OB der Aufsichtsratschef ist, erklärt Landratsamtsprecherin Ines Roellecke. „Daher müsste man den Vertrag ändern.“ Dies könne der Stadtrat auch tun. (imu)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bürgerentscheid zum Feuerwehrhaus findet am 26. April statt
Jetzt steht es fest: In Althegnenberg findet am Sonntag, 26. April, ein Bürgerentscheid zum Thema Feuerwehrhaus statt.
Bürgerentscheid zum Feuerwehrhaus findet am 26. April statt
Olching feiert: Ein Riesenrad zum Jubiläumsvolksfest
Das Olchinger Volksfest gibt es schon seit 70 Jahren: Zum Jubiläum will die Stadt es richtig krachen lassen. Nach sehr langer Zeit steht wieder ein Riesenrad auf dem …
Olching feiert: Ein Riesenrad zum Jubiläumsvolksfest
Rechte Parolen: FDP fordert Abbitte vom eigenen Kandidaten
 Führende Köpfe der FDP im Landkreis gehen auf Distanz zum Brucker Stadtrat Herwig Bahner. Nach einem seiner Facebookposts verlangen sie von ihm eine „öffentliche …
Rechte Parolen: FDP fordert Abbitte vom eigenen Kandidaten
Weiberfasching: Frauen genießen das Feiern ohne Männer
Am unsinnigen Donnerstag waren wieder die närrischen Frauen unterwegs. Die Heimatgilde „Die Brucker“ feierten ihren Weiberfasching zum dritten Mal im Unterhaus. Die …
Weiberfasching: Frauen genießen das Feiern ohne Männer

Kommentare