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Der neue Dirigent Andreas Obermayer begeistert mit dem Philharmonischen Chor und den Solisten das Publikum im Stadtsaal.

Chor überzeugt mit neuem Dirigenten

Ein musikalisches Weihnachts-Menü

Fürstenfeldbruck - Nach all der Weihnachts-Schlemmerei hat der Philharmonische Chor Fürstenfeld zum Abschluss der Feiertage ein musikalisches Menü serviert. Es passte perfekt: nicht zu schwer, nicht zu süß, dafür gehaltvoll, bekömmlich und exquisit angerichtet.

Selbstbewusst präsentierten rund 80 Sänger gemeinsam mit renommierten Solisten und dem erstklassigen Seraphin Ensemble München das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens und das Magnificat von Johann Sebastian Bach. Es war eine clevere Programmgestaltung, die nicht das allzu Offensichtliche in Gestalt von Bachs Weihnachtsoratorium wählte.

Saint-Saens’ 1858 entstandenem Werk gehörte der erste Teil des Konzerts. Ein instrumentales Vorspiel für Orgel und Streicher bereitete den Weg zu den abwechslungsreich gestalteten Sätzen. Unterschiedliche Kombinationen der Solostimmen, ein gelegentliches Wechselspiel zwischen Solisten und Chor sowie die mal dramatischen, mal feierlichen Chor-Passagen gaben allen Mitwirkenden die Chance, zur Hochform aufzulaufen.

Nach der Pause erklang Bachs glanzvolles Magnificat, das die weihnachtliche Stimmung herrlich abrundete. Die kurzen Sätze, die nacheinander alle Stimmlagen ins Scheinwerferlicht rückten, steigerten sich zum grandiosen Terzett der drei Frauenstimmen, bevor der Chor die fulminanten Schlusssätze intonierte. Wieder einmal erwiesen sich die Fürstenfelder Amateursänger als absolut würdiger Counterpart professioneller Solisten der ersten Garde. Wer am Vortag im Bayerischen Fernsehen die Live-Übertragung der Weihnachtskantate in der Münchner Matthäuskirche verfolgt hatte, sah Sopranistin Judith Spießer und Altistin Ulrike Malotta nun live auf der Bühne des Stadtsaals wieder. An ihrer Seite standen die mehrfach preisgekrönte Theresa Holzhauser (Mezzosopran), der international erfolgreiche Tenor Christian Zenker sowie Bass-Stimme Andreas Burkhart, aus den Tölzer Knaben hervorgegangener Liedsänger.

 Für den Philharmonischen Chor war das Weihnachtskonzert die erste Zusammenarbeit mit seinem neuen Dirigenten Andreas Obermayer, mit dem die Sänger mehr als glücklich sind. Das belegt nicht nur der mit sichtlicher Begeisterung absolvierte Auftritt, das bestätigt auch Chor-Vorstand Gerbert Grundler. „Es hätte uns nichts Besseres passieren können.“ Obermayer sei musikalisch noch ehrgeiziger als sein Vorgänger Thomas Gropper, und er verstehe es, die Amateursänger auf einzigartige Weise zu motivieren und mitzunehmen. Das Publikum im vollbesetzten Stadtsaal quittierte das mit anhaltendem Applaus. (os)

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