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In den besten Jahren sind die beiden Brucker Rockmusiker Michael Oswald und Christian Schlosser. 30 Jahre nach Gründung ihrer ersten Band stehen sie mit ihrer CD plötzlich in den Rock’n’Roll-Verkaufscharts. 

Comeback

Zwei Rocker wollen es nochmal wissen

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Sie spielten mit namhaften Bands wie den „Ärzten“.  Gerade legen sie ein erfolgreiches Comeback hin: Die Brucker Rockband „Best Years“. Der Name ist dabei Programm. 

Fürstenfeldbruck – Die Brucker Rockband „BestYears“ hatte ihre bislang besten Jahre in den 1980er-Jahren. Da spielten sie einmal sogar mit den Deutschpunk-Stars „Die Ärzte“ zusammen. Nun starten zwei Musiker des Quartetts ein Comeback. Der Bandname ist dabei erneut Programm: Im Alter von 52 sind Sänger Michael Oswald und Schlagzeuger Christian Schlosser auch in den besten Jahren.

„Our Life for the Rock’n’Roll“ heißt die CD, mit der „BestYears“ derzeit durchstarten. „Mit 52 Jahren nochmal ein Album zu veröffentlichen, das macht auch nicht jeder“, sagt Oswald im Gespräch mit dem Tagblatt. Doch die Mühen haben sich gelohnt: In der Radioshow „Raven Rock“ mit Jörn Krieger, unter anderem vom Internet-Radio „90.Vier“ gesendet, läuft die CD rauf und runter. Und bei Amazon stand sie bereits auf Platz 32 der Rock’n’Roll-Verkaufs-charts.

„Da steht man plötzlich neben Bela B.“

Rock’n’Roll war tatsächlich die Musikrichtung, der sich das Quartett bei seiner Gründung verschrieben hatte. Das war 1980. Dabei starteten „BestYears“ ihre Karriere als Schulband in Gilching (Landkreis Starnberg). Eigentlich sei ein Lehrer daran schuld, dass es die Rockband gibt, erzählt Oswald. „Er wollte Schüler ermutigen, Musik zu machen.“ Oswald und Schlosser ließen sich damals mit zwei weiteren Mitschülern anfixen, wollten aber mehr aus sich machen. Damals noch unter dem Namen „Greekets“ spielte das Quartett bei diversen Konzerten im Landkreis und konnte dabei immer auf voll besetzte Zuschauerreihen blicken.

Später weitete die Band ihren Kreis aus – zunächst auf ganz Bayern, später bis nach Berlin. „Die Auftritte in Joe’s Bar in Berlin waren echte Highlights“, erinnert sich Oswald. Dass sie überhaupt in der damaligen In-Kneipe der heutigen Bundeshauptstadt spielten, verdankten sie einem Vorgehen nach dem Motto „Frechheit siegt“.

„Uns wurde von der Kneipe erzählt, bei der jeder Musiker – egal welcher Stilrichtung – auftreten darf.“ Anstatt nun jedoch telefonisch anzufragen oder eine Demo-Aufnahme zu Joe’s Bar zu schicken, reisten „BestYears“ gleich persönlich nach Berlin. „In Joe’s Bar haben sie unser Demoband angehört“, erzählt Oswald. Am gleichen Abend noch fand der erste Auftritt statt.

Ihr größtes Highlight feierten die Brucker ebenfalls in der In-Kneipe. 1989 spielten sie gemeinsam mit den Kult-Punkern „Die Ärzte“ ein Konzert. „Da steht man dann plötzlich direkt neben Bela B“, erzählt Oswald. Kurz danach löste sich die Band aber auf.

Zwar fanden die Musiker 1991 nochmal zusammen und wollten ein reines Studio-Projekt starten. „Das ist aber an den immensen Kosten gescheitert“, sagt Oswald. So ganz hat speziell Oswald, aber auch Schlosser, die Leidenschaft zur Musik nie losgelassen.

CD im eigenen Studio aufgenommen

Und so startete das Duo 2008 noch einmal durch – zunächst „eigentlich nur als Gaudi“, wie Oswald erzählt. Aber mit der Zeit wurde das Projekt immer professioneller. Schließlich richtete sich Schlosser, als er sein Haus umbaute, auch ein eigenes Tonstudio ein. „Da gab es kein Zurück mehr“, sagt Oswald.

Das Duo komponierte 13 abwechslungsreiche und hörenswerte Songs, die sich nun auf dem Album „Our Life for the Rock’n’Roll“ wiederfinden. Der Stil von „BestYears“ hat sich seit den Anfangstagen aber deutlich gewandelt – weg vom reinen Rock’n’Roll hin zu härterer Rockmusik. Coverversionen sucht man bei „BestYears“ vergeblich. Zwar ließen sich Oswald und Schlosser von Szenegrößen wie The Offspring, Social Distortion oder Life of Agony inspirieren. „Das Selber-Komponieren ist unser Steckenpferd“, sagt Oswald. Aufgenommen im eigenen Studio und gemixt in den Eichenauer „Dorian Gray“-Studios fand das Brucker Duo in „recordJet“ auch ein Plattenlabel, das die CD veröffentlichte. Die Promotion des Labels zeigt offenbar Wirkung, wie die Verkäufe – und nicht zuletzt das Airplay im Radio – zeigen. Oswald: „Als wir uns das erste Mal im Radio gehört haben – das war schon irre.“

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