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Seit 1892 produziert das Wasserkraftwerk Schöngeising Ökostrom. Nun können die Stadtwerke auch die Zukäufe mit Strom aus regenerativen Quellen bestreiten. Kraftwerksbauer Oskar von Miller würde das sicher freuen.

Preise bleiben stabil

Stadtwerke kaufen 100 Prozent Ökostrom

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Die Brucker Stadtwerke versorgen ihre Kunden im Landkreis künftig nur mit Ökostrom. Die Preise bleiben stabil. Wie das geht, erklärt ein Mitarbeiter des Unternehmens.

Landkreis – Eine große Werbekampagne soll die Kunden darauf hinweisen: Die Stadtwerke liefern ab sofort allen Abnehmern ausschließlich Ökostrom. Doch geht das überhaupt? Wie Berthold Reiß, Leiter Geschäftskunden, auf Nachfrage mitteilt, ist es möglich. „Die Stadtwerke kaufen so viel Ökostrom ein, dass sämtliche Kunden damit beliefert werden können.“

Die Tarife bleiben gleich. Zusätzlich gibt es weiterhin die Option auf den so genannten Natur-plus-Strom. „Wer diesen Tarif hat, zahlt etwas mehr. Das überschüssige Geld fließt in unsere regionalen Projekte“, erklärt der Experte. Beispielsweise installieren die Stadtwerke Solaranlagen auf Schul-Dächern.

Energie wird auch zugekauft

Und warum steigen die Kosten für die Kunden trotz der Ökostrom-Umstellung nicht? Einerseits liegt dies daran, dass die Preise für regenerativen Strom mittlerweile wegen der Fülle an Öko-Anlagen gesunken sind. „Andererseits können wir einen Anstieg durch interne Optimierungsprozesse ausgleichen“, erklärt Reiß.

Die Umstellung bedeutet allerdings nicht, dass der Strom, der aus der Steckdose kommt, tatsächlich nur durch die Sonne, Wasser- oder Windkraft produziert wird. Das Wasserkraftwerk an der Amper oder das Windrad in Mammendorf können den Bedarf im Landkreis schließlich nicht decken. Deshalb kaufen die Stadtwerke – wie die anderen Unternehmen auch – Energie zu.

Stadtwerke haben ein Zertifikat vom TÜV

Unter dem tatsächlichen Strom, der aus der Steckdose kommt, ist also auch Energie aus Kohle- oder Atomkraftwerken. Reiß löst das Rätsel aber anhand eines Beispiels: „Man muss sich einen See vorstellen, in dem sich die gesamte produzierte Energie in Deutschland sammelt.“ Gespeist wird dieser See von unterschiedlichen Quellen: Atomstrom, Kohlestrom, Sonnenenergie, Wasserkraft und so weiter. Je mehr Unternehmen, die den Strom dann an die Kunden verkaufen, nur Öko-Energie bestellen, desto höher wird der Anteil davon am Ende im gesamten See.

Bis 2013 war die Zertifizierung der Quellen ein großes Problem. „Welcher Strom genau woher kam, war nur schwer nachzuvollziehen“, sagt Reiß. Nun hat das Umweltbundesamt das so genannte Herkunftsnachweisregister eingeführt. „Die Zertifikate sind jetzt eindeutig“, so Reiß. Die Stadtwerke können also nachweisen, dass sie 100 Prozent Ökostrom einkaufen. Das wiederum prüft der TÜV Nord, der dem Unternehmen ein entsprechendes Zertifikat ausgestellt hat.

Energiewende wird ernstgenomen

Stolz sind die Stadtwerke auf alle Fälle auf die Entwicklung. „Die Gewinnung von erneuerbarer Energie ist unser ureigenes Anliegen. Seit 125 Jahren erzeugt die Wasserkraftanlage in Schöngeising beispielsweise schon sauberen Strom“, so Geschäftsführer Enno W. Steffens. „Wir meinen es mit der Energiewende ernst.“

Mehr Infos gibt es online unter www.ökostrom-ffb.de.

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