Geld für Sanierung fehlt

Fundament der Michael-Kirche bröckelt

Grafrath - Schock für die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Grafrath: Das Fundament der Michael-Kirche muss dringend saniert werden. Kosten: über 50 000 Euro. Aber der Kirchengemeinde ist das Geld ausgegangen.

Die Pfarrer Ulrike und Christian Dittmar beweisen Galgenhumor. „Das Fundament unserer Kirche bröckelt (zum Glück nur tatsächlich und nicht im übertragenen Sinnn)“, schreiben sie in ihrem jüngsten Pfarrbrief. Doch momentan scheint das kaputte Gotteshaus mindestens ebenso schwer zu reparieren zu sein, wie ein kaputter Glaube. Nicht nur das Geld fehlt. Auch eine Firma, die die Arbeiten übernimmt, ist nicht aufzutreiben. Die Auftragsbücher bei den Baufirmen sind offenbar voll.

Stahlträger rosten

Dass der Kirchengemeinde das Bare ausgegangen ist, liegt daran, dass Grafrath nicht der einzige Kirchenbau ist, der saniert werden muss. Auch in den ebenfalls der Gemeinde angehörenden Kirchenzentren in Türkenfeld und Mammendorf musste bereits investiert werden. „Das ist die Bauweise der 60er- und 70er-Jahre“, sagt Christian Dittmar. In Grafrath bröckelt nach und nach der Beton des Fundaments weg. Die Stahlträger darin rosten den Kirchenleuten praktisch unter den Füßen weg.

Das Problem ist schon länger bekannt. „Wir haben bereits 2011 einen Kostenvoranschlag eingeholt“, sagt Christian Dittmar. Darin werden für die Reparatur 35 000 Euro veranschlagt. Bislang fand sich keine Baufirma, die die Arbeit ausführen will. „Oder aber sie verlangen einen deutlich höheren Preis“, sagt der Pfarrer. Er geht inzwischen aber ohnehin davon aus, dass auf das drei Jahre alte Angebot inzwischen zehn bis 20 Prozent aufgeschlagen werden müssen.

Dazu kommt, dass nun ein weiterer Schaden aufgetreten ist: Der Estrich am Umgang der Kirche hat sich gesenkt. „Die Bodenplatten sind schon ganz uneben“, sagt Ulrike Dittmar. Die Zeit drängt. „Es könnten Stolperfallen entstehen, das darf nicht sein“, betont Christian Dittmar. Auf 15 000 bis 18 000 Euro werden die Kosten für diese Sanierung geschätzt.

Geld ist aufgebraucht

Da das Eigenkapital der Kirchengemeinde bis auf eine für den laufenden Betrieb nötige Rücklage aufgebraucht ist, sind die Dittmars auf Geld von außerhalb angewiesen. Sie hoffen zwar auf Zuschüsse der Landeskirche und Geld aus dem Notfallfonds des Dekanats. Doch feste Zusagen liegen bis jetzt noch nicht vor. Und selbst dieses Geld reicht alleine nicht aus. „Den Rest müssen wir aus Spenden aufbringen“, sagt Christian Dittmar.

Bleibt noch das Problem der fehlenden Baufirmen. Hier könnte der neu aufgetretene Estrichschaden vielleicht sogar hilfreich sein. „Durch die höhere Auftragssummer können wir anders ausschreiben“, sagt Christian Dittmar. Vielleicht finde sich so eine Firma von weiter weg, die den Auftrag übernehmen will - damit das Fundament der Michael-Kirche nicht noch mehr bröckelt.

Andreas Daschner

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