Im sogenannten Kellerhölzl (blau) nördlich von Egenhofen will die Telekom den Mobilfunkmast errichten. Grafik : tb

Funkmast: Strahlung deutlich unter Grenzwerten

Egenhofen - Die Telekom will einen Mobilfunkmasten im Kellerhölzl errichten. Nun wurde im Gemeinderat ein Gutachten zur Strahlungsbelastung durch die Sende- und Empfangsanlage vorgestellt.

Dessen Ergebnis: Nach dem Stand der derzeitigen Planungen liegen die Immissions-Werte weit unter den gesetzlich vorgegeben Grenzen.

Der Germeringer Diplom-Ingenieur RainerModt berechnete die Kraft und die Richtung der verschiedenen elektrischen Felder, die bei den einzelnen Mobilfunk-Technologien (GSM 900, UMTS, LTE-800) zum Tragen kommen. In den beiden betroffenen Ortsteilen Egenhofen und Weyhern (sowie im benachbarten Ebersried im Kreis Dachau) werden nur zwischen 1,4 Prozent bis höchstens drei Prozent der erlaubten Grenzwerte erreicht. Und das auch nur, wenn alle Anlagen zeitgleich mit maximaler Stärke senden, wie der Ingenieur in seinem Gutachten deutlich macht.

Ein in der Praxis äußerst unwahrscheinlicher Fall. „In entfernteren und abgeschatteten Bereichen sinkt die relative Funkimmission deutlich“, schreibt Modt. „Auch innerhalb von Gebäuden (…) ist mit einer niedrigeren Funkimmission zu rechnen“. Die niedrigen Werte erklären sich laut Modt durch die relativ große Entfernung zum nächsten Wohngebiet (cicka 460 Meter) und die Höhe des Masts (circa 38 Meter).

Rund ein halbes Dutzend Bürgerinnen und Bürger folgten den Ausführungen des Germeringers, sie beteiligten sich auch an der regen Diskussion. Eine ihrer Sorgen - der Konzern könne später einfach mit stärkeren Sendern nachrüsteten - versuchte Modt mit dem Hinweis zu entkräften, dass dann die Bundesnetzagentur eine neue Prüfung veranlassen müsse. Eine andere Befürchtung lautete, dass sich andere Telekommunikations-Anbieter beim ehemaligen Staatskonzern „einmieten“ würden - also eigene Sender und Empfänger auf dem Masten installieren könnten. Egenhofens Amtsleiter Robert Köll sagte dazu dem Tagblatt: „Uns liegen hierüber keinerlei

Informationen vor.“

Ob es nun zu dem Bau kommt, vermochte Köll ebenfalls nicht zu sagen. Die Gemeinde hätte jedenfalls ein juristisches Wort mitzureden, allein wegen der Höhe des Objekts. Doch letztendlich hätte das Landratsamt zu entscheiden. Köll machte gegenüber unserer Zeitung kein Hehl daraus, dass er das Projekt mit gemischten Gefühlen sieht: „Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger sind sehr ernst zu nehmen. Andererseits weiß man nicht, wo eine Anlage errichtet werden würde, wenn sich der Grundstücksbesitzer und die Telekom nicht einig werden.“ Köll befürchtet einen „schlechteren Standort“, eventuell auf einem Hausdach mitten im Ort.

Modts Gutachten wird in den nächsten Tagen auf der Homepage der Gemeinde, www.egenhofen.de, veröffentlicht. Zudem kündigte Köll eine Bürgerinformationsveranstaltung mit dem Ingenieur an, sollte bei der Kommune ein Bauantrag eingehen.

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