Fursty-Nachnutzung: Planer wollen mehr Geld wegen Naturschutz

Maisach - Die Gemeinde und die Bundesimmobilienanstalt Bima müssen bei den Architekten-Honoraren für die Umplanung des Flugplatzes noch einmal kräftig nachlegen.

Der Maisacher Gemeinderat soll in seiner heutigen Sitzung umfangreiche Nachforderungen des für die Aufstellung des Bebauungsplanes zuständigen Büros absegnen. Die Planer fordern noch einmal über 130 000 Euro netto, die ursprüngliche Auftragssumme lag bei rund 182 000 Euro. Begründet wird die Kostenmehrung mit erheblichen zusätzlichen Leistungen, die bei Vertragsabschluss noch nicht abzusehen waren.

Der Münchner Architekt und sein als Subunternehmer aufgetretener Grünplaner machen geltend, dass sie sich entgegen ihren Erwartungen noch einmal mit dem Flora-Fauna-Habitat (FFH) auf dem alten Flugplatz und der Suche nach Ausgleichsflächen beschäftigen mussten. Sie waren davon ausgegangen, dass dies schon im vorgeschalteten Verfahren zur Flächennutzungsplanänderung weitgehend geschehen war.

Stattdessen musste beispielsweise das Gelände der Traber neu sortiert werden, um die Eingriffe in die streng geschützte Natur wenigstens zu reduzieren. Auch bei den Ersatzflächen für das Habitat gab es immer wieder Änderungen. Sollte zunächst auch das Fußbergmoos als Ausgleichsgebiet dienen, konnte nach einer Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes im März der gesamte Ersatzraum im Mallertshofer Holz ausgewiesen werden.

Die vollständig neue Grünplanung wird allein schon mit 54 000 Euro extra berechnet. Dazu kamen etwa Bestandserhebungen und Analysen in Mallertshof (24 000) oder eine umfangreichere Begründung für den Bebauungsplan (12 000). Praktisch habe man erklären müssen, wieso man ein FFH-Ausnahmeverfahren zur Zerstörung des bestehenden Lebensraumes anstrebe. Da auch Kleinvieh Mist macht, zumal mit Mehrwertsteuer, scheuen sich die Architekten auch nicht, die Aufwendungen für die Erstellung der Verfahrensunterlagen samt „Organisation der Vervielfältigung“ und Versand (6100 Euro) oder die Teilnahme an einem Erörterungstermin (940 Euro) zu berechnen.

Im Rathaus gelten die Mehraufwendungen als nachvollziehbar und gerechtfertigt. Die Hälfte der Kosten trägt vereinbarungsgemäß die Bima. (op)

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