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Die (Noch-)Vorsitzenden und ihre Nachfolger (v.l.): Schriftführerin Astrid Olbrich und Beirätin Anita Frustaci sowie Beirat Ulrich Würstle, der in einem Jahr dem aktuellen Vorsitzenden Bodo Olbrich nachfolgen soll. Wieder gewählt wurden Vize-Vorsitzender Helmut Kotzerke und Kassier Wolfgang Hoffmann (beide nicht auf dem Bild).  

Versammlung auf der Lände

Gärtnerei-Chef rettet Gartenfreunde

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Das Zittern hat ein Ende: Die Blumen- und Gartenfreunde haben neue Vorsitzende gefunden. Unter ihnen ist einer, der den Gartlern in Bruck mit Sicherheit nicht unbekannt sein dürfte.

Fürstenfeldbruck – 370 Mitglieder, eine mehr als hundertjährige Geschichte, Herzblut und Leidenschaft – all das stand bei der Mitgliederversammlung der Brucker Gartler auf dem Spiel. Die Anspannung merkte man dem langjährigen Vorsitzenden Bodo Olbrich (73) und seiner Gattin Astrid (76, Schriftführerin) bei der Jahreshauptversammlung im voll besetzten Gasthaus auf der Lände an. Und das, obwohl das Ehepaar beim Halten seiner Vorträge jede Menge Witz und Charme versprühte und zu merken war: Die Gartler halten zusammen.

„Da klopft einem schon das Herz“, gab Bodo Olbrich zu. Er gibt die Führung nach rund 30 Jahren aus Altersgründen ab. Und auch Ehefrau Astrid Olbrich zitterte. Sie ist bereits seit fast einem Drittel-Jahrhundert dabei.

Umso mehr freuten sich die beiden darüber, ihre Nachfolger vorstellen zu können. Für die Ankündigung musste Olbrich aber ausholen: „1911 gründete Hauptlehrer Silverius Sedlmayr den Verein.“ Von 1928 bis 1951 sei ein gewisser Gartenbauinspektor namens Joseph Rothmund Vorsitzender gewesen. „Und er war der Großvater von Ulrich Würstle, der mir als Vorsitzender nachfolgen wird“, löste Olbrich schließlich auf.

Der Betreiber der Gärtnerei an der Flurstraße nahe der B 471 kennt sich mit Pflanzen aus. „Vielleicht sogar besser als ich“, scherzte Olbrich. Er war aktiv auf Würstle (65) zugekommen und hatte ihn gefragt, ob er nicht die Nachfolge im Verein antreten wolle. „Es wäre schade, wenn die lange Tradition einfach ein Ende finden würde“, so Würstle. „Weil mein Sohn immer mehr ins Geschäft einsteigt, könnte ich es etwas ruhiger haben.“

Einstimmig wurde Würstle nun vorerst als Beisitzer gewählt. Ein Jahr lang will ihn Bodo Olbrich, der noch Vorsitzender bleibt, einarbeiten. Dann wird Würstle die Geschäfte komplett übernehmen. „Wir ziehen uns Ende 2017 wie schon seit Jahren angekündigt endgültig zurück“, erklärte Olbrich.

Seiner Gattin Astrid Olbrich folgt dann Anita Frustaci nach. Die Mitglieder bestimmten sie für die Einarbeitungszeit von einem Jahr einstimmig als Beisitzerin. Die 50-Jährige dürfte auch nicht unbekannt sein. Sie arbeitet bei der Brucker Sparkasse. „Es wäre schade, wenn die Tradition und das Wissen des Vereins verlorengeht“, sagte sie bei der Sitzung vor den Zuhörern eher älteren Semesters. „Die Sache ist es wert.“

Für Pflanzen habe sie immer schon ein Faible. „Meine Eltern haben einen großen Garten.“ Deshalb liebe sie alle Blumen und Orchideen im Besonderen. Astrid Olbrich habe sie bereits ein wenig eingearbeitet. „Ich habe schon reingeschnuppert und weiß, worauf ich mich einlasse.“ Auch Anita Frustaci wird erst in einem Jahr als Schriftführerin voll einsteigen. „Das macht mich glücklich“, sagte Astrid Olbrich, die diese Saison noch übernimmt. „Da fällt mir jetzt ein riesiger Stein vom Herzen. Hiermit ist die Auflösung des Vereins abgewendet.“

Froh über dem Erhalt des Vereins dürfte nun auch der ehemalige Sparkassendirektor Franz Weigl sein – er wurde für 55 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Und auch Erika Heinl bekam für 45 Jahre im Verein (26 Jahre als Leiterin der Abteilung Blumenschmuck) ein Glas Honig.

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