In Olching

Ganztagsschule: Unklarheit im Rathaus

Olching - Mit einer Online-Petition wollen die Freien Wähler den Druck auf die Stadt Olching erhöhen, die Elternbefragung zur Ganztagsschule endlich durchzuführen. Während Bürgermeister Magg berichtet, dass die Umfrage in Kürze erfolgt, weiß man in der Verwaltung nichts davon.

 Die Stadtverwaltung sieht keine Versäumnisse ihrerseits, was die Planung eines Ganztagsangebots im Grundschulbereich betrifft. „Für mich ist dieses Thema schon immer ganz oben auf der Agenda und auf einem guten Weg“, sagt Bürgermeister Andreas Magg (SPD). Aber es sei wichtig, dass man zuerst die Beteiligten intensiv einbindet, die fachlichen Kenntnisse und Einschätzungen der Schulleitungen einholt, den Bedarf der Eltern feststellt und auf Grundlage dessen eine zukunftsfähige Lösung beschließt.

„Nur so profitieren am Ende unsere Schüler“, betont Magg. Reiner Aktionismus durch Provisorien helfe nicht weiter, schließlich gehe es am Ende um Millioneninvestitionen der Stadt. Der Rathauschef reagiert damit auf den Vorwurf der Freien Wähler (FW), die Rathausverwaltung bringe in Sachen Ganztagesangebot nichts voran. Weil die vor längerer Zeit angekündigte Elternbefragung durch die Stadt immer noch aussteht, hat die Wählergemeinschaft mittlerweile eine Online-Petition gestartet, um den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen. Die FW rufen die Bürger dazu auf, im Internet ihre Stimme für eine sofortige Befragung der Eltern abzugeben.

Modellprojekte betrachtet

Bürgermeister Magg erinnert daran, dass die Einführung der Ganztagsschule im Grundschulbereich ja bereits beschlossene Sache wäre. Die Freien Wähler müssten auch wissen, dass es einen Arbeitskreis beziehungsweise Runden Tisch gebe, an dem unter anderem Vertreter der Stadt und des Schulamtes sowie die Schulleitungen der drei örtlichen Grundschulen Überlegungen anstellen, wo und wie sinnvollerweise eine solche Schulform in der Stadt angeboten werden kann.

Der Arbeitskreis sei erst vor wenigen Wochen das letzte Mal zusammengekommen und habe Modellprojekte in der Region in Augenschein genommen. „Nach Ostern werden in einer weiteren Sitzung die Ergebnisse zusammengetragen“, kündigt der Rathauschef an. Die von den FW so dringend geforderte Elternbefragung bezüglich der Gestaltung der Ganztagsbetreuung wird laut Magg seit Längerem von der Verwaltung vorbereitet und in Kürze durchgeführt.

Die Eltern sollen dabei befragt werden, ob sie eine offene oder gebunde Ganztagesschule wünschen oder doch ein Konzept mit Mittagsbetreuung und Hort wie bisher. Zumindest, was die rasche Durchführung der Elternbefragung angeht, gibt es aber wohl noch internen Klärungsbedarf im Rathaus.

Das Meinungsbild ist diffus

Denn wie Peter Söllinger, Leiter Sozialamtes und Mitglied des besagten Arbeitskreises, auf Nachfrage erklärt, habe der Runde Tisch noch nicht abschließend über eine Elternbefragung entschieden (siehe Kasten). „Das Meinungsbild blieb diffus“, so Söllinger. Die Leiterin des Schulamtes habe vielmehr eine Befragung der Schulleitungen empfohlen. Eines der Hauptprobleme bei der Entwicklung eines Ganztageszweiges bleibt die räumliche Situation der Grundschulen. Bisher hat man die Grundschule Esting als Standort für ein Ganztagsangebot favorisiert, weil dort am ehesten die räumlichen Kapazitäten vorhanden sind.

„Es ist jedoch mehr als fraglich, ob diese ausreichend beziehungsweise geeignet wären, um dort einen Ganztagszweig anbieten zu können“, sagt Söllinger. Um die baulichen Voraussetzungen schaffen zu können, müsste auch erst ermittelt werden, ob man ein gebundenes oder ein offenes Ganztagsangebot verwirklicht. Wie der Sozialamtsleiter ausführt, sind noch viele Fragen offen, ehe man konkret an die Planungen eines Ganztagsangebotes gehen kann. So sei bis vor kurzem strittig gewesen, ob ein Ganztagsangebot über den eigenen Schulsprengel hinaus angeboten werden kann.

Damit ist die Frage gemeint, ob auch Schüler, die eigentlich einer anderen Grundschule zugeordnet werden, ein Ganztagesangebot in der Estinger Einrichtung nutzen könnten. Deshalb ist laut Söllinger die Idee aufgekommen, die Grundschule als Standort auszuwählen, in deren Sprengel der stärkste Elternwunsch nach einem Ganztagsangebot existiert. Wobei die Grundschule an der Martinstraße wohl von vornherein ausscheidet, weil dort für eine bauliche Erweiterung kein Platz ist.

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