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Die Grundschule Esting ist die einzige Grundschule, in der es derzeit genügend Raum für ein Ganztagsangebot gibt. Allerdings muss das Gebäude saniert werden.

Ganztagszweig: Freie Wähler machen Druck

Olching - Seit Jahren will die Stadt einen Ganztagszweig an einer ihrer Grundschulen einrichten. Doch ein entsprechendes Angebot gibt es bis heute nicht. Jetzt verstärken die Freien Wähler (FW) den Druck – mit einer Petition im Internet.

„Es ist zum Heulen, dass nichts vorangeht.“ Mit drastischen Worten unterstreicht FW-Fraktionssprecher Ewald Zachmann seinen Vorwurf an die Rathausverwaltung, dass sie in Sachen Ganztagsangebot nichts voranbringt. Weder habe die bereits vor rund einem Jahr angekündigte Elternbefragung zum Bedarf stattgefunden, noch gebe es ein Votum der betroffenen Schulen. „Auch das Konzept der Verwaltung steht aus“, kritisiert er.

In der Grundschule an der Martinstraße wurden im vergangenen Jahr Container aufgestellt, damit alle Schüler Platz finden

Im Herbst 2013 hatte man im Rathaus noch ehrgeizige Ziele: Im Schuljahr 2015/16 könnte erstmals eine Klasse an der Grundschule Esting als Ganztagsklasse an den Start gehen, hieß es damals. Das besagte Schuljahr läuft, eine Ganztagsklasse gibt es an keiner der Grundschulen in der Stadt. Und das nächste Schuljahr rückt mit Riesenschritten näher. „Wenn es im Herbst ein Ganztagsangebot für Grundschüler geben soll, müssen alle an einem Strang ziehen – und zwar sofort“, fordert Zachmann. Um die Sache voranzutreiben, hat seine Wählergemeinschaft nun eine Online-Petition gestartet. „Wollen Sie, dass die Stadt die Elternbefragung zum Ganztagsschulkonzept jetzt durchführt?“, lautet die Frage, die man seit Samstag auf der Homepage der Freien Wähler Olching beantworten kann. Nach zwei Wochen will man Bilanz ziehen und schauen, wie viele Bürger sich an der Petition beteiligt haben.

Für Zachmann ist die Elternbefragung Grundlage für die weiteren Schritte. Schließlich müsste man wissen, ob die Eltern beispielsweise einen offenen oder gebundenen Ganztagszweig wünschen, um nicht am Bedarf vorbeizuplanen. Die Kommune könne sich bei der Planung des Ganztagsangebots genau an den Richtlinien des Ministeriums orientieren, betont Zachmann: „Dort gibt es sogar ein Muster für die Elternbefragung.“ Deshalb kann er auch nicht verstehen, warum im Rathaus nichts vorwärts geht.

Vor gut einem Jahr hatte ein Architektenbüro die Zukunftsfähigkeit der örtlichen Grundschulen untersucht und die Ergebnisse im Bildungs- und Sozialausschuss vorgestellt. Damaliges Fazit: Die Grundschule an der Martinstraße und die Graßlfinger Schule haben Kapazitätsprobleme. Die Unterbringung eines Ganztagsangebots sei allein aufgrund der räumlichen Bedürfnisse nur in der Grundschule Esting möglich. Doch auch dort gibt es Probleme. Das Schulgebäude muss dringend saniert werden. Sogar ein Neubau steht im Raum.

Dass die Einrichtung einer Ganztagsklasse aufgrund dieser Unwägbarkeiten an der Estinger Schule noch nicht umgesetzt worden ist, will Zachmann nicht gelten lassen. Er erinnert daran, dass die Stadt nahe des Schulgebäudes ein Grundstück besitzt. Dort könne man den Schulneubau verwirklichen, während der Schulbetrieb im alten Gebäude unbehindert fortgeführt werden könnte.

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) hatte nach der Experten-Analyse übrigens schnelles Handeln angemahnt. „Wir müssen jetzt zügig in die Pötte kommen“, hatte er gesagt. Zudem wurde ein runder Tisch ins Leben gerufen. Dort sollten Stadt, Behörden und Lehrkräfte Ideen für die künftige Schullandschaft entwickeln. Auf Ergebnisse wartet man bis heute.

sw

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