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Der Vorsitzende der Olchinger Gartler, Peter Edmeier (l.) begrüßte unter den Gästen auch Bürgermeister Andreas Magg.

Begehrte Anlage, aber Zukunftssorgen

Olchinger Gartler feiern 110-jähriges Bestehen

Olching - Die Garten- und Blumenfreunde Olching haben in ihrer Kleingartenanlage an der Gottlieb-Daimler-Straße dreifachen Grund zum Feiern gehabt. Im Rahmen des traditionellen Erntedankfestes wurde auch das 110-jährige Vereinsbestehen sowie das 35-jährige Bestehen der Anlage begangen.

Gegründet wurde der Verein 1906 unter dem Namen „Obstbauverein“ von 34 Gartenfreunden. Gründungsvorsitzender war der Lehrer Martin Kreher. Ein erheblicher Mitgliederzuwachs 1930 führte zu einer Aufwertung des Vereins als eine „geschäftsführende Körperschaft“. 1956 gehörten den Gartenfreunden 194 Mitglieder an. 1969 wurde der Verein auf Anregung des Landesverbandes in „Verein der Garten- und Blumenfreunde“ umbenannt.

Die wesentlichste Veränderung erfuhr der Verein 1982 mit der Errichtung der Kleingartenanlage auf der ehemaligen Bauschuttdeponie am östlichen Rand von Olching. Die stärkste Mitgliederzahl datiert aus dem Jahr 1991 mit 374 Menschen. Die zweitägige 100-Jahr-Feier im KOM zählte zum herausragenden Ereignis 2006. Ab 2007 gaben viele Personen ihre Mitgliedschaft beziehungsweise aus Altersgründen ihren Garten auf, so dass die Mitgliederzahl bis heute auf 206 Mitglieder zurückfiel.

Bürgermeister Andreas Magg überbrachte die Glückwünsche des Stadtrates und ging in seiner Rede auf die ursprüngliche Bedeutung der Gärten von einst ein. Damals hätten sich die Menschen einen Garten hauptsächlich zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse angelegt.

 Theo Obermaier, Vorstand von 1985 bis 1996, der vor 20 Jahren nach Wallersdorf zog, und gemeinsam mit Richard Segerer 1984 maßgeblichen Anteil an der Entstehung der Kleingartenanlage hatte, freute sich, viele alte Bekannte wiederzusehen. „Für uns war es damals eine einmalige Aufgabe, aus dieser 30 000 Quadratmeter großen Wildnis diese Anlage zu errichten. Nicht nur für uns selber, sondern auch für die Bürger, denn das hier ist ja eine offene Gartenanlage, die jedem zugänglich ist.“

Dem Vorsitzenden Peter Edmeier überreichte er eine 110 Jahre alte Gartenordnung. Damals wurden Strafen verhängt, wenn die Gartler nicht arbeiten wollten, las Obermeier vor. Und wenn sie die nicht geschafft hatten, dann mussten sie die Strafen in Kartoffeln abdienen.

Edmeier ging in seiner kurzen Ansprache auf den Mitgliederrückgang ein und verwies auf den Niedergang der Germeringer Blumen- und Gartenfreunde, die sich zum Ende des Jahres nach 105 Jahren auflösen, weil sich kein Nachfolger für den scheidenden Vorsitzenden findet. „Das sollte auch uns nachdenklich machen“, so Edmeier. „Die Probleme sind oder werden auch unsere. Wer ist heute noch bereit, ein Ehrenamt zu übernehmen?“, fragte er. Die Überalterung sei besonders im Hauptverein arg.

Frei werdende Kleingärten konnten aber in den vergangenen Jahren erfreulicherweise wieder an Familien mit Kindern vergeben werden, sodass hier keine Überalterung bestehe. Edmeier wies darauf hin, dass im kommenden Jahr Neuwahlen sind, und eine kommissarische Übernahme eines Amtes nicht möglich ist. Der Vorsitzende kritisierte auch, dass immer weniger Mitglieder Interesse an den Veranstaltungen des Vereins haben. Den Ehrenmitgliedern Maria Scherer, Hansjochen Welteke, Richard Segerer und Theo Obermaier überreichte Edmeier einen Blumenstrauß.

Dieter Metzler

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