In Gedanken bei den Brüdern in Istanbul

Fürstenfeldbruck - Die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der türkischen Polizei sind auch in Bruck Gesprächsthema. Viele türkische Bürger haben Angehörige blicken besorgt nach Istanbul.

Mehmet-Akif Nemutlu hält über Facebook und Twitter Kontakt zu seinem Bruder, seinem Onkel und seiner Cousine, die in Istanbul leben. Der Ex-Vorsitzende des Beistandsvereins türkischer Arbeitnehmer (BVTA) ist in der Türkei geboren, seit 1968 lebt er in Fürstenfeldbruck. Sein Bruder Ömer Seyfattin kam ein Jahr darauf in Bruck zur Welt. Seit einigen Jahren lebt der 43-Jährige jedoch in der Türkei.

„Mein Bruder war zwei Tage bei der Demonstration am Taksim-Platz“, erzählt Nemutlu. Von dem auf dem asiatischen Kontinent liegenden Stadtteil sei er auf den europäischen Teil mit dem Taksimplatz gegangen. Übernachtet habe er dort jedoch nicht. Gemeinsam mit vielen anderen Türken - von jung bis alt - habe er für mehr Rechte demonstriert und Bilder geschickt. „Er ist aber nicht angegriffen worden.“

Auch Ümran Karagöz spricht von Wasserwerfern mit Chemikalien, die Menschen verletzen. Und von Toten, weswegen gestern wieder demonstriert wurde. Ihr Bruder lebt in Istanbul und geht abends nach der Arbeit auch auf den Taksim-Platz. Er berichtet viel auf Facebook. „Junge Leute sind Privatreporter“, erzählt Karagöz.

Erst im Februar war Mehmet-Akif Nemutlu in Istanbul, um seine Familie zu besuchen. Nun sorgt er sich um sie. „Die Leute, die den Platz besetzt haben, haben nicht provoziert.“ Jedoch andere, die Autos angezündet und Dinge geworfen haben. Daher könne er auch die Polizisten verstehen. „Sie müssen Befehle ausführen.“ Dennoch seien die Übergriffe sehr hart. „Die Leidtragenden sind die friedlichen Menschen.“ (imu)

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