Mehr als 600 Menschen nahmen am so genannten Löwenmarsch von Schloss Kaltenberg nach Hohenschwangau teil. Schon vor dem Start hatte sich abgezeichnet, dass diesmal eine Rekordsumme an Spenden eingehen würde. Bayerns Europaministerin Melanie Huml hatte einen Scheck vom Freistaat über 600 000 Euro im Gepäck. Prinz Ludwig und die Gäste aus Kenia freuten sich.
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Mehr als 600 Menschen nahmen am so genannten Löwenmarsch von Schloss Kaltenberg nach Hohenschwangau teil. Schon vor dem Start hatte sich abgezeichnet, dass diesmal eine Rekordsumme an Spenden eingehen würde. Bayerns Europaministerin Melanie Huml hatte einen Scheck vom Freistaat über 600 000 Euro im Gepäck. Prinz Ludwig und die Gäste aus Kenia freuten sich.

Learning Lions

Von Kaltenberg nach Hohenschwangau: 100-Kilometer-Marsch für den guten Zweck

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Bei der dritten Auflage des Löwenmarschs nahmen 653 Menschen die 24-Stunden-Wanderung von Schloss Kaltenberg nach Hohenschwangau in Angriff. Alle wollten das Entwicklungshilfeprojekt „Learning Lions“ unterstützen, das Prinz Ludwig von Bayern in einem der ärmsten Gebiete Kenias betreibt.

Kaltenberg – Bei strahlender Sonne herrschte beste Stimmung in der Arena, die sonst Schauplatz der Kaltenberger Ritterspiele ist. Auf den Rängen sammelten sich zur offiziellen Begrüßung die Teilnehmer des Charity-Marsches in sportlicher Funktionskleidung, prall gefüllte Rücksäcke mit Pullis und Proviant auf dem Rücken. Einzig Prinz Ludwig ging in Lederhose und Trachtenjanker an den Start und hatte einen schweren Stein im Gepäck – den Grundstein für einen Kindergarten, den er in Afrika bauen will.

„Ihr seid unsere Fundraiser“, bedankte sich das zukünftige Oberhaupt des Hauses Wittelsbach bei den Teilnehmern – und forderte sie auf, von unterwegs fleißig in ihren Netzwerken zu posten, um Spendengelder zu generieren. „Wenn ihr euch 100 Kilometer antut, können die anderen auch ein bisschen spenden.“

Ein Massenstart war coronabedingt nicht möglich. Stattdessen setzte sich um kurz nach 14 Uhr eine lange Menschenschlange in Bewegung. Einzelteilnehmer und ganze Teams marschierten zur Musik der Blaskapelle Walleshausen durch ein Spalier der Schwarzen Ritter zum gegenüberliegenden Ende der Arena und hinaus auf die Strecke, die über St. Ottilien zum Ammersee, das Westufer hinab nach Wessobrunn und weiter über die Wieskirche nach Hohenschwangau führte.

Beim Navigieren halfen unterwegs aufgestellte Hinweisschilder, aber auch eine App, die von den ersten Absolventen der „Learning Lions“ programmiert worden war. So heißt die IT-Schule, die Ludwig von Bayern in Turkana, einem entlegenen Winkel Kenias, gegründet hat. Dort werden Jugendliche in digitalen Disziplinen ausgebildet und können anschließend als Webdesigner und Programmierer für internationale Kunden arbeiten, ohne ihre Heimat verlassen zu müssen.

Er könne nun seine Familie finanziell über Wasser halten, berichtete Jesaia, einer der ersten Absolventen des Ausbildungsprogramms. Er war eigens zum Löwenmarsch nach Kaltenberg gekommen – und hatte seine Reisekosten bereits zur Hälfte aus eigener Tasche bezahlen können.

Was die Spendensumme dieses Jahr betraf, kündigte sich schon vor dem Start ein Rekord an. Fast 89 000 Euro waren bereits eingegangen, weitere 56 000 Euro von Unterstützern und Sponsoren zugesagt. Darüber hinaus hatte die Schirmherrin des Marsches, die bayerische Europaministerin Melanie Huml, einen Scheck vom Freistaat über 600 000 Euro dabei. Huml ging sogar mit auf die Strecke – allerdings nur für eine kurze Etappe. Auch der Ottilianer Erzabt Wolfgang Öxler marschierte bis zur ersten Station mit. Es traf sich gut, dass dies sein eigenes Kloster war.

Etwas wehmütig blickte Vasilios Psoromitis den davonziehenden Wanderern nach. Der Vorsitzende des Vereins „Schwarze Ritter zu Kaltenberg“ wäre gerne mitgegangen, spielte aber an diesem Nachmittag seine mittelalterliche Rolle mit Helm und Schwert. Vielleicht wird er nächstes Jahr mitmarschieren – vielleicht sogar in seiner Rüstung.

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