Anton ReiserDer Altbürgermeister starb im Alter von 86 Jahren. akk

Nachruf

Altbürgermeister hat Geltendorf geprägt

Geltendorf – Als gebürtigem Geltendorfer lagen ihm die Geschicke seines Heimatorts zeitlebens am Herzen. Kürzlich verstarb Altbürgermeister Anton Reiser im Alter von 86 Jahren. Sein Tod kam trotz des hohen Alters überraschend.

Reisers Wirken in der Kommunalpolitik ist beeindruckend: Für seine kommunalen Verdienste wurde ihm 1995 die bronzene, 1996 die silberne Ehrenmedaille verliehen – und im Jahr 2000 wurde Anton Reiser zum Ehrenbürger ernannt. 30 Jahre lang (1966 bis 1996) wirkte er als CSU-Mitglied im Gemeinderat. Beim CSU-Ortsverband zählte er 1965 zu den Gründungsmitgliedern. Von 1978 bis 1984 war Reiser Vize-Bürgermeister, von 1984 bis 1996 Rathauschef.

Neben dem amtierenden Rathauschef Wilhelm Lehmann hielt auch CSU-Landtagsabgeordneter Thomas Goppel eine Trauerrede. „Ich verbeuge mich in dieser Stunde im Auftrag der CSU, tue es für alle, die in ihrem und seinem Sinn Politik fortschreiben“, sagte Goppel. Schon früh habe sich der Landwirt Anton Reiser vielen öffentlichen Aufgaben zugewandt: Neben dem Bürgermeisteramt wirkte er auch im Kreistag Landsbergs und war Chef des Abwasserzweckverbands. „66-jährig zieht er sich in die Familie zurück, hilft auf dem Hof, macht sich in Vereinen nützlich und agiert weiter ganz unaufgeregt und leise, fast nur noch im Hintergrund“, betonte Goppel.

Doch da, wo er Aufgaben anderen übergeben habe, sei eine Lücke spürbar geworden. Mit ihm sei ein geschätzter Zuhörer und Mitdenker, ein treuer Partner gegangen.

„Während seiner Amtszeit wurden viele wichtige Projekte durchgeführt“, berichtete Lehmann. Darunter der Kanalbau, Kindergarten und Feuerwehrhaus in Walleshausen, der Schulhausneubau, Friedhof, Renovierung Alter Wirt und die neue Halle am Bauhof in Geltendorf. „Von seinen ehemaligen Mitarbeitern wird er als aufrichtiger und warmherziger Chef beschrieben, der immer ein offenes Ohr hatte, auch zeichnete ihn die ihm eigene zurückhaltende Art aus“, weiß Lehmann. Ihm bleibe Altbürgermeister Reiser als Mensch in Erinnerung, der sein Amt unermüdlich, pflichtbewusst, mit Sachkenntnis und stets mit großem Einsatz ausübte.

Anton Reiser hinterlässt seine drei Kinder Franz Liebich, Christine Trepte und Anton Reiser jun., sechs Enkel und drei Urenkel. Seine Frau Rita Maria lernte er schon als Kind kennen: Beide wuchsen in der gleichen Straße auf. Rita Maria Reiser starb 2007. „Der Tod der geliebten Ehefrau machte ihm zu schaffen, ebenso schwere Krankheiten nach einem Zeckenbiss und Herzoperationen“, sagte Lehmann.

„Unsere Eltern sind während des Krieges aufgewachsen, sie haben das Unrecht und die Not dieser Zeit miterlebt“, sagt Sohn Anton Reiser. Deshalb sei es seinem Vater wichtig gewesen, sich für Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden einzusetzen. Den nötigen Ausgleich fand der Altbürgermeister im Gesangverein, Kirchenchor und in dem ihm anvertrauten Privatwald.

CSU-Ortschef Josef Weiß sagt: „Er hat keinem nach dem Mund geredet, er hat geholfen, wo es ging, und auf ihn war einfach Verlass.“  (akk)

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