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Wünscht sich wieder mehr Besinnlichkeit im Advent: Benediktiner-Pater Theophil Gaus, Leiter der Schulpastoral, zeigt eine der Kalender-Kisten in der Ikonenkapelle neben der Schulkirche.

St. Ottilien

Ein ungewöhnlicher Adventskalender für die Klosterschüler

Den Adventskalender des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums zu öffnen, erfordert turnerische Fähigkeiten: In einer zwei Meter hohen, waagrechten Mauerlücke stehen bunt verzierte Kartons.

St. Ottilien –  Elena aus der Klasse 8b muss sich von Julia auf den Schultern nach oben heben lassen, um die richtige Kiste zu erwischen. Noch etwas unterscheidet den Adventskalender der Klosterschule von anderen: Es sind nur 15 statt 24 Kisten vorbereitet und sie sind mit einer großen Zahl gekennzeichnet. Denn es sind ja nur 15 Schultage in der Adventszeit.

Einen ganz anderen Adventskalender zu machen, und sich damit wieder auf den eigentlichen Sinn zu fokussieren, war für Pater Theophil Gaus wichtig. „Es ist total schräg, was heutzutage als Adventskalender kursiert – gefüllt mit teurem Hundefutter, Sexspielzeug oder anderem, sinnentkoppeltem Schmarrn“, erklärt der Benediktiner, der am Gymnasium alle naturwissenschaftlichen Fächer und Religion unterrichtet. Im Lehrerzimmer sei die Idee entstanden, dem etwas entgegenzusetzen.

Der Advent sei die Zeit, in der man sich innerlich auf das Weihnachtsfest vorbereitet. Auf dem Weg dorthin gibt es in den einzelnen Kisten Meditationsimpulse, Denkanstöße und Gebete, verbunden mit Überraschungen wie Mandarinen, Walnüsse, Amethyststeinderl, eine Musik-CD, eine Salzkristalllampe oder auch Rosenscheren, mit denen sich die Kinder am Fest der heiligen Barbara Zweige für die Vase in der Klasse abschneiden durften.

„Die Idee ist, dass Lehrer mit ihrer Klasse in die Kapelle gehen und sich dort eine Viertelstunde mit der Kiste des jeweiligen Tages auseinandersetzen“, erklärt der Lehrer im schwarzen Ordenshabit. Das könne anstatt des morgendlichen Gebetes oder auch in einer Vertretungsstunde erfolgen.

Dass sich Klassen mehrfach angemeldet haben, wertet Pater Theophil als Erfolg für sein Projekt. So muss er die bunten Pappkartons, die die „Garten-AG“ der 6. Klasse gebastelt hat, mehrmals am Tag nachfüllen. Oft sei er selbst dabei, dann heizt er auch mal die Feuerschale in der Kapelle an.

Er verrät auch ausnahmsweise, was die Kinder am morgigen Donnerstag im alternativen Adventskalender finden werden: eine Postkarte der heiligen Ottilia, zu der ihre Legende vorgelesen wird. Der 13.  Dezember ist nämlich ihr Namenstag. Logisch, dass die Namenspatronin des Klosterdorfes dort eine größere Bedeutung hat als die heilige Luzia, die ebenfalls am 13. gefeiert wird und für den Brucker Landkreis die wichtigere Heilige ist.(mjk)

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