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Ein Zellengang in Stadelheim.

Geltendorf

Gefängnisstrafe nach Trunkenheitsfahrt

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Ein Mülltonnenhäuschen zerlegt, einen Zaun beschädigt und zwei Autos gerammt – das war im April die Bilanz einer Trunkenheitsfahrt durch Geltendorf.

Geltendorf–  Nachbarn verfolgten damals den alkoholisierten 56-Jährigen, um Schlimmeres zu verhindern. Jetzt stand der Fahrer vor Gericht und konnte nicht auf Milde hoffen, denn er war bereits einschlägig vorbestraft. Nun muss er ins Gefängnis.

Er habe an jenem Tag „wie üblich“ Ärger mit seiner Frau gehabt, sagte der Elektroniker aus. „Sie hat mich provoziert, da sind mir die Sicherungen durchgeknallt.“ Bereits am Nachmittag riefen Nachbarn wegen der lautstarken Auseinandersetzung die Polizei. Auf die Aufforderung der Beamten hin verließ der Mann die Wohnung zunächst zu Fuß. Gegen den Ärger genehmigte er sich nach eigener Aussage eine halbe Flasche Whisky – in seinem Blut wurden später 1,87 Promille Alkohol nachgewiesen. Gegen Abend kehrte der Vater eines eineinhalbjährigen Sohnes nach Hause zurück. Ein 53-jähriger Nachbar sah ihn torkelnd zu seinem Auto gehen und versuchte vergeblich, ihn aufzuhalten.

Schon beim Ausfahren aus der Grundstückseinfahrt knallte der 56-Jährige gegen das Mülltonnenhäuschen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite streifte er zwei geparkte Autos und einen Zaun. Der 53-Jährige nahm gemeinsam mit einem Polizisten, der ebenfalls in der Nachbarschaft wohnt, die Verfolgung auf – vorsichtig und mit Abstand, um den in Schlangenlinien fahrenden Betrunkenen nicht zu waghalsigen Manövern zu verleiten. Der hielt sogar ein paar Mal an, fuhr aber jedes Mal wieder los, als er seine Verfolger kommen sah. In der Sackgasse neben dem Bürgerhaus gelang es ihnen schließlich, den Betrunkenen so einzuparken, dass er nicht weiterfahren konnte.

Kleinlaut saß der mehrfach vorbestrafte 56-Jährige nun auf der Anklagebank. Zuletzt hatte er im vergangenen Jahr wegen einer fahrlässigen Trunkenheitsfahrt, Unfallflucht, Körperverletzung und Beleidigung vor Gericht gestanden. Damals kam er mit einer Bewährungsstrafe davon – und der dringenden Aufforderung, sich um sein Alkoholproblem zu kümmern. Dass er das nicht getan hatte, fiel nun sehr negativ ins Gewicht. Der Geltendorfer muss für ein Jahr hinter Gitter – vermutlich sogar noch länger, wenn die Bewährung aus dem Urteil vom letzten Jahr widerrufen wird.  os

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