Einzugsbereich im ganzen Landkreis FFB

Alpenverein sucht händeringend Jugendleiter

  • schließen

Der Geltendorfer Ortsverband des Deutschen Alpenvereins kann sich nicht über zu wenige Kinder und Jugendliche in seinen Reihen beklagen. Im Gegenteil über 700 gehören dem Ortsverband an. Doch es gibt ein Problem: Es fehlen die Jugendleiter für die Gruppen.

Geltendorf – Der Deutsche Alpenverein hat heuer Grund zum Feiern. Er besteht seit 150 Jahren und hat seit 100 Jahren eine eigene Jugendorganisation namens jdav. In Geltendorf existiert seit 70 Jahren eine Sektion des DAV. Anders als viele andere Vereine, leidet sie nicht unter Nachwuchssorgen – fast ein Drittel ihrer Mitglieder sind jünger als 27.

Einzugsgebiet umfasst den ganzen Brucker Landkreis

Doch ein Problem hat der Geltendorfer DAV trotzdem: Es gibt zu wenige Jugendleiter. Mit über 2400 Mitgliedern ist die Sektion einer der größten Ortsvereine. Das Einzugsgebiet umfasst den gesamten Brucker Landkreis bis zum Münchner Westen. Der Vereinsjugend, die bis zum 27. Lebensjahr im jdav zusammengeschlossen ist, gehören 760 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an.

Das sind beeindruckende Zahlen. Doch aktuell gibt es nur eine einzige aktive Jugendgruppe mit rund zehn Mitgliedern. „Die wilden Adler“ unternehmen jeden Monat eine Tagestour und treffen sich zu Geländespielen, zum Klettern oder anderen Aktivitäten. Der Bedarf für weitere Gruppen ist da. „In den letzten zwei Jahren hatten wir mehr Nachfrage als Angebot möglich war“, sagt Sven Prinz. Er ist zurzeit der einzige Jugendleiter in der Sektion – und mit seinen 31 Jahren „eigentlich schon zu alt dafür“.

Es macht Spaß, weil viel zurück kommt

Parallel zur Berufstätigkeit sei es einfach schwierig, sich nebenbei noch als Gruppenleiter zu engagieren. „Wie will man das machen, wenn man erst um 19 Uhr von der Arbeit kommt? Je jünger man anfängt, desto länger kann man es machen“, erklärt Prinz. Mit 15 Jahren einsteigen, um langsam in die Rolle hineinzuwachsen, und dann mit 16 die Ausbildung zum Jugendleiter absolvieren – das wäre in seinen Augen ideal. „Es macht Spaß, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, weil so viel zurückkommt“, sagt der 31-Jährige. „Aber es hat halt keiner mehr Lust, sich dem Ehrenamt zu stellen.“

Eigene Kletterhalle

Klaus Hermes und Christoph Maier, die neu gewählten Vorstände der DAV-Sektion, sehen speziell in Geltendorf das Problem, dass der Verein in den letzten Jahren kaum im Ort präsent war. Dass das Vereinsheim am Sportplatz über eine eigene Kletterhalle verfügt, wissen vermutlich nur die wenigsten Geltendorfer. Sie steht ausschließlich den Mitgliedern offen und ist in der Regel ausgebucht.

Die im vergangenen Jahr ausgeschiedenen Vorstände hätten wenig Kontakt zur Öffentlichkeit gesucht, erzählt Hermes. „Wegen des großen Einzugsgebiets hat man sich wohl nicht so als Ortsverein gesehen.“ Es gab weder eine Zusammenarbeit mit den Schulen der Umgebung noch mit der Gemeinde. Ein Jugendzentrum, zu dem man hätte Verbindung aufnehmen können, existiert in Geltendorf nicht. Wie also herankommen an potentielle Jugendleiter?

Fundierte Ausbildung

„Die Zielgruppe der 15-, 16-Jährigen hat ja eh schon irrsinnig viele Termine“, bedauert Maier. Ganz zu schweigen von der Konkurrenz durch andere Freizeitangebote. Klaus Hermes möchte nun in Geltendorf das Gespräch mit anderen Ortsvereinen suchen. Maier will in seinem Wohnort Türkenfeld Kontakt zum Kinder- und Jugend-Förderverein aufnehmen.

Die beiden Vorstände sind sich einig: Es muss bekannter werden, welche Vorteile das Engagement als DAV-Jugendleiter mit sich bringt. Dass es eine fundierte Ausbildung mit sportlichen, fachlichen und pädagogischen Aspekten umfasst, die einem auch später im Leben nützt. Dass die Jugendleiter bei der Gestaltung ihrer Gruppenprogramme viel Freiheit haben. Dass sie in Kletterhallen und Sportgeschäften Vergünstigungen bekommen können. Und dass die Arbeit zwar anstrengend, aber auch lohnend ist. „Mit Logik kann ich Ehrenamt zwar nicht erklären“, sagt Christoph Maier. „Aber es macht halt einfach wahnsinnig viel Spaß.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rückruf-Aktion: Nun geht auf dem Bauernmarkt die Angst um
Nach der Rückruf-Aktion von Unser-Land-Eiern herrscht bei vielen Landwirten große Verunsicherung. Sie fragen sich: Wann erwischt es den nächsten? Der Landwirt, der Eier …
Rückruf-Aktion: Nun geht auf dem Bauernmarkt die Angst um
Bundeswehr verlässt den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck später als erwartet
Die Bundeswehr wird den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck drei Jahre später verlassen als zuletzt gedacht. Das hat mehrere Gründe.
Bundeswehr verlässt den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck später als erwartet
Schadhafte Chemikalie bei Fursty: Erhöhte Messwerte im Grundwasser
Im und am Fliegerhorst sind Schadstoffe im Grundwasser gefunden worden, deren Menge leicht über dem erlaubten Schwellenwert liegt. Dabei handelt es sich um den Stoff …
Schadhafte Chemikalie bei Fursty: Erhöhte Messwerte im Grundwasser
Broschüre zur MVV-Tarifreform weiter erhältlich
Alle Haushalte des Landkreises Fürstenfeldbruck haben 7. Dezember eine eigene Broschüre zum neuen MVV-Tarif ab 15. Dezember 2019 erhalten. 
Broschüre zur MVV-Tarifreform weiter erhältlich

Kommentare