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Beispielfoto: dpa

Standesamt wird abgegeben

Geltendorfer müssen künftig zum Heiraten nach Landsberg

Geltendorf – Wie schon 2014 die Nachbargemeinde Moorenweis, gibt nun auch Geltendorf sein Standesamt ab.

Die Moorenweiser übertrugen die Aufgaben an die Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf. Die Geltendorfer müssen ab 1. Januar nach Landsberg fahren, wenn sie Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle beurkunden lassen wollen.

 Der Vorschlag, die standesamtlichen Aufgaben künftig nicht mehr selbst wahrzunehmen, kam aus der Verwaltung. Die Standesbeamtin hat gekündigt, und sie zu ersetzen wäre offenbar schwierig. „Standesbeamte sind auf dem Arbeitsmarkt rar“, sagte Vize-Bürgermeister Robert Sedlmayr (ÖDP).

Rathaus-Geschäftsleiter Florian Hänle rechnete nicht damit, dass auf eine Ausschreibung Bewerbungen eingehen würden. Dennoch konnte Sedlmayr sich mit der Abgabe des Standesamts nicht anfreunden, weil sie weitere Wege für die Bürger bedeute. „Mir würde das sehr leid tun.“ Horst Kürschner (GAL) stimmte zu: Gerade für ältere Menschen seien kurze Wege wichtig. „Eine Gemeinde mit über 5500 Einwohnern sollte sich einen Standesbeamten leisten.“

Die zu erwartenden Einsparungen sind gering. Statt rund 17 000 Euro Personalkosten für die Standesbeamtin zahlt Geltendorf künftig 16 500 Euro Entschädigung an die Stadt Landsberg. Josef Weiß (CSU) war trotzdem für die Verlagerung, da ihm generell daran gelegen ist, in der Verwaltung Kosten zu sparen: Wo man zentralisieren könne, solle man die Gelegenheit wahrnehmen.

Das Argument der weiteren Wege konterte Weiß mit dem Hinweis, dass in der Flächengemeinde Geltendorf viele Bürger ohnehin das Auto brauchen, um zum Rathaus zu gelangen. Fraktionskollegin Johanna Lichtenstern verwies zudem auf die bürgerfreundlicheren Öffnungszeiten im Landsberger Rathaus. Der Beschluss, das Standesamt abzugeben, fiel mit einer Stimme Mehrheit. (os)

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